Dienstag, 13. Oktober 2009

Das Talent hat wieder Anschluss gefunden:
Veli Kavlak erklettert große Fußball-Bühne

  • Rapids Talent ist zu alter Form zurückgekehrt
  • Auslandstransfer nur aufgeschoben, nicht aufgehoben

Binnen weniger Wochen hat Veli Kavlak den Weg zurück auf die große Fußball-Bühne geschafft. Noch im August war der 20-Jährige verletzungsbedingt zur Untätigkeit gezwungen, nach wiedergewonnener Fitness und auch dank der Blessur von Christopher Trimmel kämpfte sich der Mittelfeldspieler aber wieder in die Rapid-Stammformation und schaffte dadurch auch ein Comeback im Nationalteam.

Zuletzt zählte Kavlak beim 2:1 in Innsbruck gegen Litauen zu den stärksten Österreichern. "In der ersten Hälfte war die Leistung okay, in der zweiten hab ich ein bisschen nachgelassen, aber das Wichtigste war, dass wir gewonnen haben", meinte der fünffache Internationale. Die Rückkehr zu alter Stärke sei die Folge seiner guten körperlichen Verfassung. "Ich kann endlich wieder schmerzfrei spielen, der Oberschenkel zwickt nicht mehr. Ich habe wieder das Vertrauen von Rapid bekommen und die Chance, zu spielen, Gott sei Dank genutzt. Jetzt rennt es wieder."

War fast schon weg
Dabei hatte noch im Sommer viel auf einen Abschied von Rapid hingedeutet. Die Enttäuschung, bei den Hütteldorfern noch immer nicht zum echten Stammspieler aufgestiegen zu sein, war groß, daher strebte der U20-WM-Vierte von 2007 einen Auslandstransfer an - Ankaraspor zeigte großes Interesse. "Es war zum Ende der Transferzeit eine konkrete Sache, aber ich habe dann noch mit den Rapid-Verantwortlichen Gespräche geführt, und da sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass ich für Rapid weiterhin alles gebe", erzählte der Youngster.

Der Abschied aus der österreichischen Liga muss deswegen aber nicht auf die lange Bank geschoben sein. "Jeder hat das Ziel, einmal im Ausland zu spielen. Ich werde weiterhin Gas geben und schauen, dass ich dieses Ziel erreiche", kündigte der Wiener an.

"Ich hau' mich in die Zweikämpfe"
Sowohl beim seinem Club als auch in der ÖFB-Auswahl agiert Kavlak als Flügelspieler, obwohl er seine Stärke woanders sieht. "Meine Lieblingsposition ist ganz klar im Zentrum. Doch mich stört es eigentlich schon überhaupt nicht mehr, wenn ich rechts oder links draußen spiele." Auf der Außenposition kommt Kavlak sein physischer Zustand zugute. "Ich bin robuster geworden, ich hau' mich in die Zweikämpfe und versuche immer wieder, Akzente zu setzen."

Seine gute Form möchte der Rapidler nun auch gegen Frankreich unter Beweis stellen. "Das wird eine schöne Partie. Wir müssen uns etwas zutrauen und schauen, dass wir mithalten können", forderte der Offensivspieler, dem die Kulisse von möglicherweise rund 80.000 Zuschauern kalt lässt. "Uns erwartet eine gute Atmosphäre, aber das bin ich schon von der Europa League her gewohnt."

(apa/red)

13.10.2009 10:49