Deutscher Ansturm auf unsere Unis: Auch Rektoren fordern jetzt Ausgleichszahlungen
- Uni-Chef Innsbruck: Für Steuerzahler nicht zumutbar
- Finanzielle Belastung auf Dauer nicht zu bewältigen

·300.000 Studenten: Unis vor Allzeithoch
Ansturm: Heuer so viele Studenten wie noch nie
·Studiengebühren
wieder im Anmarsch?
Hahn fordert Diskussion
über Wiedereinführung
·Uni Wien rutscht im
"Times"-Ranking ab
Nur noch auf Rang 132 -
Harvard auf Platz eins
·Absolventen-Rekord an den Universitäten
Abschlüsse von Studien auf historischem Hoch
Nach Hochschülerschaft und Grünen sprechen sich nun auch Rektoren für Ausgleichszahlungen Deutschlands wegen des Ansturms deutscher Studenten an österreichische Universitäten aus. "Kann man dem österreichischen Steuerzahler zumuten, dass er universitäre Infrastruktur zur Verfügung stellt für weite Teile Mitteleuropas, die jetzt unser Land überfluten, weil wir gratis Studienplätze zur Verfügung stellen ?", fragte der Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle. Auch für Rektorenchef Christoph Badelt wären solche Ausgleichszahlungen "in einem Gesamtpaket eine sinnvolle Maßnahme".
Für Töchterle, an dessen Uni rund 3.000 Deutsche studieren, ist "das, was wir heuer erleben, nur ein Vorgeschmack", wie er im ORF-"Morgenjournal" bekannt gab. Aufgrund der Verkürzung des Gymnasiums in Deutschland von neun auf acht Jahre werden nach Bundesländern gestaffelt zwei Jahrgänge gleichzeitig maturieren und damit entsprechend viele deutsche Abiturienten an die österreichischen Unis drängen.
Kaum zu bewältigender Drahtseilakt
Mehr Studenten ohne Studiengebühren und ohne Ausgleichszahlungen würden für die Unis einen finanziellen Drahtseilakt bedeuten, der nicht zu bewältigen sei, so Töchterle.
Für Badelt wären solche Ausgleichszahlungen allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss. Der Staat müsse sich "endlich dazu bekennen, wie viel Kapazitäten in den einzelnen Studienrichtungen existieren, und er müsste diese Kapazitäten finanzieren", erneuerte der Präsident der Universitätenkonferenz gebetsmühlenartig eine alte Forderung der Rektoren. Dramatisch für die Unis sei aber, dass die Politiker in dieser Frage einander blockierten und deshalb nichts passiere.
Hahn gegen Ausgleichszahlungen
Wissenschaftsminister Johannes Hahn hat sich gegen Ausgleichszahlungen von Deutschland ausgesprochen. Österreich habe eine ausgeglichene Bilanz, es würden auch viele heimische Studierende ins Ausland gehen, sagte Hahn vor dem Ministerrat. Das Problem der Studienzuwächse ließe sich durch die Wiedereinführung von Zugangsbeschränkungen lösen.
(apa/red)
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