Revolutionsgarde als Ziel eines Attentäters:
42 Tote nach Anschlag mit Sprengstoffgürtel
- Iran: Ahmadinejad beschuldigt Nachbarland Pakistan
- Rebellen von USA und Großbritannien ausgebildet?

Bei einem Selbstmordanschlag auf die paramilitärische Revolutionsgarden im Iran sind mindestens 42 Menschen getötet worden, darunter fünf ranghohe Kommandanten. Die radikale Sunnitengruppe Dschundallah (Gottessoldaten) bekannte sich zu dem Anschlag. Präsident Ahmadinejad drohte mit Vergeltung und machte ausländische Kräfte verantwortlich.
Der staatliche Fernsehsender Press TV berichtete von zwei zeitgleichen Explosionen. Eine ereignete sich demnach bei dem Treffen, die zweite hatte einen Konvoi der Revolutionsgarden zum Ziel. Unter den Todesopfern waren laut IRNA der stellvertretende Leiter des Heeres der Revolutionsgarden, General Nur Ali Shooshtari und der Kommandeur der betroffenen Region, Rajab Ali Mohammadsadeh.
Treffen geplant
Die Gardisten wollten sich mit Stammesführern in Pischin treffen. Das Staatsfernsehen berichtete, die Gruppe sei von einem einzelnen Selbstmordattentäter angegriffen worden. Auch Stammesführer sollen unter den Toten sein. Die Pasdaran warfen in einer Erklärung "Elementen mit Bezug zur globalen Arroganz" - gemeint sind die USA und Großbritannien - vor, für den Anschlag verantwortlich zu sein, ohne Einzelheiten zu nennen.
Nach Ansicht der Behörden könnte die Tat allerdings auch einen kriminellen Hintergrund haben. Der Dschundallah wird Verstrickung in den Drogenhandel vorgeworfen. Das Drei-Länder-Eck im Südosten des Irans gilt als Hauptroute von Drogenhändlern, die Rauschgift aus Pakistan und Afghanistan nach Europa schmuggeln. Derzeit sitzt Abdul-Hamid Rigi, der Bruder von Dschundallah-Anführer Abdulmalik Rigi, wegen Mordes, Entführung und Drogenhandel in der Todeszelle. Erst im Juli waren 13 Dschundallah-Mitglieder in Zahedan hingerichtet worden.
Ahmadinejad droht mit Vergeltung
Nach dem Anschlag hat Präsident Mahmoud Ahmadinejad mit Vergeltung gedroht. "Die Kriminellen werden für dieses unmenschliche Verbrechen ihre Antwort bekommen", sagte er der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge. Die Rebellengruppe "Jundallah", die sich zu dem Attentat bekannte, wird nach iranischer Einschätzung von britischen und US-Geheimdiensten ausgebildet. Ahmadinejad glaubt, dass auch pakistanische Sicherheitsbeamte in den Selbstmordanschlag auf die mächtige Revolutionsgarde verwickelt waren. Der iranische Innenminister Mostafa Mohammed Najar forderte das Nachbarland Pakistan auf, "schnellstmöglich die Terroristen an den Iran zu übergeben".
Pakistan weist Verwicklung zurück
Pakistan weist die Vorwürfe der iranischen Regierung jedoch zurück, in den schweren Anschlag verwickelt zu sein. Ministerpräsident Syed Yusuf Raza Gilani verurteile den "schrecklichen Terrorakt", teilte sein Büro in Islamabad mit. Zuvor hatte schon das Außenministerium den Vorfall verurteilt.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Caritas-Konferenz13:25
Eine Milliarde hungertSituation ist wegen Dürre und Nahrungsmangel in Afrika am schlimmmsten
