Sonntag, 18. Oktober 2009

Pakistan startet große Bodenoffensive:
30.000 Soldaten machen Jagd auf Taliban

  • 60 getötete Extremisten am ersten "Aktionstag"
  • Armee hat mehrere besetzte Siedlungen erobert

Die pakistanischen Streitkräfte haben bei ihrer Bodenoffensive in Süd-Waziristan nach eigenen Angaben binnen 24 Stunden 60 Extremisten getötet. Außerdem seien sechs Soldaten ums Leben gekommen, erklärten die Truppen. An dem seit langem geplanten Einsatz gegen Extremisten an der Grenze zu Afghanistan sind nach Militärangaben rund 30.000 Mann beteiligt.

Die Streitkräfte haben bei ihrer lange erwarteten Bodenoffensive gegen die Taliban im Nordwesten des Landes nach Angaben aus der Region erste Geländegewinne erzielt. Wie aus pakistanischen Geheimdienstkreisen verlautete, nahmen Regierungstruppen nach heftigen Gefechten mehrere bisher von den Aufständischen besetzte Siedlungen in den Regionen Spinkai Raghzai und Shakai nahe der afghanischen Grenze ein.

Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gibt es nicht, da das Militär Telefonverbindungen in das Stammesgebiet im Nordwesten des Landes weitgehend unterbrochen hat. Auch die meisten Journalisten haben die Region nach Beginn der Kämpfe verlassen.

Süd-Waziristan gilt als Rückzugsort für Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer. Nach der Ankündigung der aus der Luft unterstützten Offensive vor rund zwei Wochen wurde Pakistan von einer Reihe blutiger Anschläge erschüttert, bei denen mindestens 175 Menschen ums Leben kamen. Den Soldaten stehen bis zu 15.000 Kämpfer der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida gegenüber.


(apa/red)

18.10.2009 12:18