Erst der Vertrag und dann die Besetzung:
Barroso legt sich bei Personalia nicht fest
- Präsident der EU-Kommission zu Besuch in Wien
- Ex-Vizekanzler weiter Favorit für Kommissarsposten
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Erst der Vertrag und dann die Besetzung. Bei seinem Wien-Besuch forderte EU-Kommissionspräsident Barroso erst eine Entscheidung über den EU-Reformvertrag, ehe man über Personalia und die Zusammensetzung der Kommission sprechen könne.
"Entscheidungen über die EU-Kommission werde ich nur machen, wenn ich Klarheit über den Lissabonner Vertrag habe", betonte der Kommissionspräsident. Das gelte für jedes Mitgliedsland, also auch für Österreich. Nur wenn er wisse, ob der Lissabon-Vertrag in Kraft gesetzt werde oder es zu einer "Interimszeit" komme, könne er über eine Zusammensetzung befinden. Werde diese nach dem Lissabon-Vertrag bestimmt, müssten alle 27 Mitgliedsländer einen Kommissarsposten bekommen, gehe man weiterhin nach den "Nizza-Kriterien" vor, wären es weniger.
Die Frage des österreichischen Kommissars bleibt damit weiter ungelöst. Fest steht lediglich, dass er von der ÖVP nominiert wird. Als Favorit gilt nach wie vor Ex-Vizekanzler Molterer, der etwa für die Ressorts Landwirtschaft oder Umwelt infrage käme.
Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Barroso und und Vizekanzler Pröll im Hotel Sacher brachte jedenfalls keine Klarheit. Man habe vor allem darüber gesprochen, wie schnell Tschechien den EU-Vertrag ratifizieren könne, berichtete der Vizekanzler im Anschluss. Unser nördliches Nachbarland hat als einziges Unionsmitglied den Vertrag noch nicht ratifiziert.
(apa/red)
