Freitag, 16. Oktober 2009

Erst der Vertrag und dann die Besetzung:
Barroso legt sich bei Personalia nicht fest

  • Präsident der EU-Kommission zu Besuch in Wien
  • Ex-Vizekanzler weiter Favorit für Kommissarsposten

Erst der Vertrag und dann die Besetzung. Bei seinem Wien-Besuch forderte EU-Kommissionspräsident Barroso erst eine Entscheidung über den EU-Reformvertrag, ehe man über Personalia und die Zusammensetzung der Kommission sprechen könne.

"Entscheidungen über die EU-Kommission werde ich nur machen, wenn ich Klarheit über den Lissabonner Vertrag habe", betonte der Kommissionspräsident. Das gelte für jedes Mitgliedsland, also auch für Österreich. Nur wenn er wisse, ob der Lissabon-Vertrag in Kraft gesetzt werde oder es zu einer "Interimszeit" komme, könne er über eine Zusammensetzung befinden. Werde diese nach dem Lissabon-Vertrag bestimmt, müssten alle 27 Mitgliedsländer einen Kommissarsposten bekommen, gehe man weiterhin nach den "Nizza-Kriterien" vor, wären es weniger.

Die Frage des österreichischen Kommissars bleibt damit weiter ungelöst. Fest steht lediglich, dass er von der ÖVP nominiert wird. Als Favorit gilt nach wie vor Ex-Vizekanzler Molterer, der etwa für die Ressorts Landwirtschaft oder Umwelt infrage käme.

Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Barroso und und Vizekanzler Pröll im Hotel Sacher brachte jedenfalls keine Klarheit. Man habe vor allem darüber gesprochen, wie schnell Tschechien den EU-Vertrag ratifizieren könne, berichtete der Vizekanzler im Anschluss. Unser nördliches Nachbarland hat als einziges Unionsmitglied den Vertrag noch nicht ratifiziert.

(apa/red)

16.10.2009 09:39
HGPeitl, 17. 10. '09 09:24
Ehrliche Aussage
Das Barroso die Zusammensetzung der Kommission nur entscheiden kann, wenn er weiss ob der Lisabonner Vertrag in Kraft tritt ist klar.

Tritt er nicht in Kraft hat ein jedes EU Mitgliedsland einen Kommissar, ansonsten nur die grossen fünf. Es ist folglich entscheidend, für die Zusammensetzung.

Wir hatten vorgewarnt:
Der Reformvertrag ist der Abbau der Demokratie.

Leider, kann man heute sagen, wollte auf uns keiner hören.

Hans-Georg Peitl
Verband der Unabhängigen-
Journalisten
www.freiheitlich-macht.schluss.tv