Mittwoch, 14. Oktober 2009

Neugebauer attackiert die ÖVP: "Kann nicht sein, dass wir das einzige Opferlamm sind"

  • GÖD-Chef wirft "dramatische Unkenntnis" vor
  • NEWS: "Nicht Sparbüchse des Finanzministeriums"

Der Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, nimmt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift NEWS zum neuen Kurs der ÖVP in Schul- und Beamtenfragen Stellung: "Ich weiß, dass sich viele Kollegen maßlos ärgern. Es kann nicht so sein, dass wenn es finanziell eng wird, der Öffentliche Dienst das einzige Opferlamm ist."

Die Aussagen zu Pensionsprivilegien und neuem Lehrerdienstrecht bezeichnet Neugebauer als "unnötige Zurufe, die die Situation nur verhärten und von dramatischer Unkenntnis der Sachlage zeugen. Der Öffentliche Dienst hat seine Sparaufgaben gemacht. Man darf nicht nur Vorurteile nachplappern, Beamte dreschen und glauben, man hat ein leichtes Spiel." Zu den bevorstehenden Verhandlungen über ein neues Dienstrecht sagt Neugebauer: "Wir sind nicht die Sparbüchse des Finanzministeriums und des Minoritenplatzes, wenn der Bundeskanzler sagt, Schule ist ein Ganztagsjob, weist das auf Ahnungslosigkeit hin."

ÖVP-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka meint im NEWS-Interview zur Ausweitung der Lehrverpflichtung: "Mir geht es um Optimierung. In dieser Legislaturperiode starten wir damit, 20.000 Lehrer neu anzustellen. Da möchte ich ein neues Dienstrecht, das dem Alltag an den Schulen entspricht. Nämlich, dass der Schultag nicht zu Mittag endet." Auf die Frage, ob es eine Rüge Neugebauers gegeben habe, meint Lopatka: "Er hat mit mir gesprochen. Wir haben so ein Vater-Sohn-Verhältnis. Da gibt es väterliche Ratschläge. Und Söhne können nicht immer befolgen, was die Väter wollen."

Mehr zum Duell ÖVP vs. Beamte finden Sie im NEWS 42/09

14.10.2009 13:10
Sensor, 15. 10. '09 18:21
Abzocker sollen schon aus Glaubwürdigkeitsgründen gerupft werden
Wenn sich ein Betonkopf und Verhinderer aller Reformen wie der Altgebauer immer wieder aufplustert, dann reicht es einmal. Einer der 20 000-Euro im Monat bekommt (nicht verdient), sollte gerupft werden, nicht die kleinen Beamten und Angestellten. Der genannte Apparatschik ist außerdem ohenhin mehr als entbehrlich.
sparefroh11, 14. 10. '09 15:19
richtigstellung
der öffentliche dienst ist nicht das einzige opferlamm - es ist nur eines der wenigen bisher nicht oder nur wenig angetasteten. alle anderen hat's schon längst getroffen! und einsparen kann man bekanntlich nur dort, wo noch etwas ist. wo nichts mehr ist, wird man sich mit dem wegnehmen schwer tun...
und egal, wo man sich befindet - es muss eine lösung geben, die für ALLE gerecht ist. angefangen von rechten und pflichten über die höhe der einkommen bis zum pensionsantrittsalter.
alle sind gleich, nur manche sind halt "gleicher" - damit werden wir über kurz oder lang nicht mehr weiterkommen. und das müssen auch jene einsehen, die bisher "gleicher" waren - auch, wenn's verständlicherweise weh tut.
clsc, 14. 10. '09 17:18
Re: richtigstellung der richtigstellung
wenn jemand meint, dass sonst in der wirtschaft und bei vielen leitenden angestellten - sprich manager usw - nichts mehr da ist, wer meint, dass bei Immobilienbesitzern und bei wertpapierspekulanten nichts mehr da ist, der sollte die börsen und grundstückspreise studieren, managergehälter beobachten und nicht so viel unsinn über kleine beamte schreiben.
sparefroh11, 14. 10. '09 19:23
Re: richtigstellung
niemand hat gesagt, dass bei den managern und ihren freunden nichts mehr da ist - da ist genug da, nur das wird eben nicht angegriffen - herr pröll wird schon wissen, warum. ebenso die mehrfachbezüge und -pensionen von politikern. keine frage, dass man da ansetzen müsste!
aber unter den "normalverbrauchern" werden eben immer nur die asvg-ler geschröpft, und da fragt sich so mancher aus dieser gruppe, warum eigentlich nicht auch einmal andere gruppen - und ich denke, die frage ist berechtigt.