Mittwoch, 14. Oktober 2009

Sparkurs für die Budgetkonsolidierung:
Josef Pröll will "Heilige Kühe" schlachten

  • "Projekt Österreich": Aus für die Hacklerregelung
  • Wünscht sich einheitliches Dienstrecht für Beamte

Sparen ist angesagt, wenn es nach dem Finanzminister geht: Josef Pröll will die Hacklerregelung vorzeitig auslaufen lassen und stellt damit die im Regierungsprogramm vereinbarte Frist bis 2013 infrage. Bei seiner "Projekt Österreich"-Rede verwies er auf hohe Kosten durch die Langzeitversichertenregelung, die "ich nicht vertreten kann": "Wir müssen hier unverzüglich handeln." Für die Budgetkonsolidierung, die ab 2011 greifen soll, werde man wohl auch "Heilige Kühe" schlachten müssen, kündigte Pröll an.

Zudem wünscht sich Pröll etwa ein einheitliches Dienstrecht für alle öffentlichen Bediensteten in Gemeinden, Ländern und Bund. Kommendes Jahr soll ein "Konklave" zur Verwaltungsreform so lange tagen, "bis weißer Rauch aufsteigt".

"Kostenexplosion nicht vertretbar"
Die Verlängerung der Hacklerregelung bis 2013 verursache "über zwei Milliarden Mehrkosten, das sind bereits jetzt 700 Millionen Euro mehr als ursprünglich vorgesehen. Diese Kostenexplosion ist nicht vertretbar." Generell müsse das Zusammenspiel der diversen Modelle für den vorzeitigen Ruhestand mit regulärer Pension "neu geordnet werden", so Pröll weiter, man müsse die Pensionsreform von 2003 "wirken lassen". Denn das System werde "durch eine Reihe von Ausnahmeregelungen völlig aus dem Gleichgewicht gebracht", so Pröll vor rund 400 Gästen im Finanzministerium. Ziel müsse sein, "dass mehr Menschen das Regelpensionsalter auch tatsächlich erreichen". In Bezug auf die anstehende Pensionserhöhung rief Pröll in Richtung der Pensionisten nach "generationenübergreifender Solidarität", die genügend Spielraum für die Zukunft lassen müsse.

"Heilige Kühe" in Gefahr
Pröll legte zum Einstieg seiner Rede einige Zahlen vor: "190 Milliarden Schulden, drei Milliarden Neuverschuldung in einem Jahr, acht Milliarden Euro nur für Zinszahlungen im Jahr 2009". Der "Weg zurück zu gesunden Staatsfinanzen" sei "ohne Alternative". Konkrete Zahlen, wann und wie der Schuldenberg abgebaut werden soll, kamen indes nicht. Zum Zeitplan meinte der Finanzminister, dass es 2010 darum gehe, den "Aufschwung zu stabilisieren", ab 2011 müsse dann "die Konsolidierung wirksam werden". Dafür müsse man nun mit den Vorarbeiten "energisch" beginnen, die Ausgaben "zu überdenken" und dabei wohl auch "die eine oder andere Heilige Kuh schlachten".

"Konklave" zur Verwaltungsreform
Weiterhin nämlich gilt für Pröll das Credo "keine neuen Steuern" und setzt er große Hoffnungen in die Verwaltungsreform als Kostendämpfer. Diese müsse "Chefsache" werden, und damit auch wirklich etwas daraus wird, wünscht er sich kommendes Jahr "auf Basis der Expertenergebnisse" eine "Art Konklave": Bundeskanzler, Finanzminister, Landeshauptleute und Gemeinde- sowie Städtebund sollen "verhandeln, bis weißer Rauch aufsteigt", sprich, ein Ergebnis vorliegt. Pröll will unter anderem in Richtung eines "gemeinsamen öffentlichen Diensts für Österreich", und zwar für alle Körperschaften, gehen: Darüber sollen Bund, Länder, Gemeinden und Gewerkschaften verhandeln. Weiteres Prinzip: "Entscheidungs- und Finanzierungsverantwortung müssen in einer Hand liegen." Im Klartext: Zahlt der Bund für eine Leistung im Land, muss er auch das Sagen haben - oder umgekehrt.

(apa/red)

14.10.2009 12:57
Woppo, 14. 10. '09 23:30
Zuerst bei Kohl u.Blechas Pensionen sparen, diese Abzocker
haben dies nie verdient !Eine Erhöhung bei mehr wie 2000
EURO Pension kann sich unser Staat nicht leisten,aber das haben diese 2 Politiker noch nicht begriffen !
Vasant, 14. 10. '09 21:55
Kostenexplosion ...
kann ein Pröll nicht verantworten? Na dann sparts mal bei
den überbezahlten und faulen Politikern das Geld ein, denn
für Fressen, Saufen und dumme Reden kriegt ein normaler
Angestellter auch kein Geld, also warum dann Politiker?

Immer nur Ideen, sauteure Kampagnen und Versprechen,
aber KEINE Leistung, NICHTS nachhaltiges und absolut
nur SINNLOSE Politik!

Die ÖVP ist eine typische Bauernpartei, obwohl ich hier
keine Bauern beleidigen will, aber der Pröll stellt sich
auf sein Potest, versucht nach der Schrift zu reden, was
eh schon schlimm klingt und predigt wie sein Onkel zu
Kühen ... das Bild krieg ich nicht mehr aus dem Kopf;)

Naja, der Onkel attackiert ja auch 70ig jährige Pfarrer
weil man ja die dicken Eier demonstrieren muss ... bei
einem Haider hättens mächtig abgebissen!!!
galileo2, 14. 10. '09 18:52
einsparrungen.
einsparungsvorschläge.

1, den roten BP heinzi können wir gerne verzichten, denn der kostet nur u bringt nichts..ausser uns an die eu verkaufen.

2, den bundesrat abschaffen, lauter abgehalfterte parteiheinis die dreck am stecken haben u dorthin abschoben wurden.

3, abgeordnete auf max 50 abgeordnete reduzieren u ein gehalt von 4000 brutto, den rest müßen sie sich selbst mit einem zweitberuf erarbeiten....machen ja andere auch zwei drei jobs damit sie über die runden kommen.

da gebe es noch einiges ...aber leider liest von den affen keiner diese zeilen, daher sinnlos weiter zu schreiben.
sparefroh11, 14. 10. '09 15:04
unproduktive reden sind zu wenig
anstatt einer "projekt-österreich-rede" wären vielleicht einmal projekt-österreich-TATEN sinnvoll! eine stunde vor 400 personen reden kostet 401 x ??? euro? 401 multipliziert mit dem durchschnittslohn der anwesenden damen und herren ergibt bestimmt ein nettes sümmchen, das man hier hätte sparen können. bringen wird diese rede nämlich keinem was - außer vielleicht dem ego vom herrn pröll...
hätten 401 regierungsmitglieder statt einer stunde reden und zuhören eine stunde produktiv gearbeitet, dann wäre österreich heute vielleicht schon einen ganz kleinen schritt weiter mit den überlegungen zur bewältigung der krise.
hanfthaler, 14. 10. '09 17:05
Re: unproduktive reden sind zu wenig
zu was war dann die letzte steuerreform, die uns jetzt bankrott macht. alles sinnlos blöder gehts nicht,
retep60, 14. 10. '09 14:25
Gespaltene Zunge
Jetzt die Vereinbarung der Hacklerregelung in Abrede zu stellen ist an und für sich schon arg.
Wer sind den die "Arbeitgeber" die ihre Arbeiter und Angestellten loswerden wollen - zum Großteil Leute der ÖVP.
Wer ist den Schuld, dass in den vergangenen Jahren das gesetzliche Pensionsantrittsalter nicht eingehalten wurde -
zum Großteil Leute der ÖVP.
Wer ist denn so machtgierig in Zeiten wie diesen um auf einen eigenen BP-Kanditaten nicht zu verzichten - ÖVP.
Was hat den unser Herr BP denn so schlecht gemacht,dass
ihn die ÖVP aus dem Amt "jagen" will.
Geschweige denn, dass gegen alles was von den "Roten" kommt ist falsch - auch wenn es in der Regierungsvereinbarung steht. Das ist keinesfalls förderlich
für das Politverständnis der Bevölkerung !
sidestep, 14. 10. '09 13:48
Schlachtet die "heiligen Kühe"
Beginnen wir mit dem Nationalrat; statt 183 Abgeordnete nur mehr 100 Abg.; Einsparung 83 Abgeordnete
Abschaffung des Bundesrates; Einsparung 62 Abgeordnete; Die Interessen der Länder an der Gesetzgebung des Bundes vertreten die Landeshauptleute.
Abschaffung von 9 Landesregierungen und Zusammenfassung auf Drei "Regionenlandesregierungen" für Ost- Mittel -West Österreich. Bei einer Annahme von rund 36 Abgeordneten pro Landtag Einsparung von 216 Abgeordneten. Abschaffung der Abgeordneten im Europarlament derzeit 17 in Kürze 19 Abgeordnete da Österreich überhaupt nichts verändern kann mit so wenig Abgeordneten. Ergibt insgesamt eine Einsparung von 378 Abgeordnete. Das bringt wirklich Geld. Gern Herr Finanzminister sparen wir dort wo es leicht geht und fangen wir bei den Heiligen Kühen an!
sparefroh11, 14. 10. '09 14:25
Re: Schlachtet die
top-vorschläge - da kann ich nur zustimmen! gerade, weil wir uns ständig zu tode verwalten, ist es in keinem bereich mehr möglich, schnell und effektiv maßnahmen umzusetzen.
und das "konklave" zur verwaltungsreform wird - obwohl wir erst oktober haben - schon wieder auf's nächste jahr verschoben.
weißer rauch steigt aus der verwaltungsreform allerdings ohnehin schon längst auf: nämlich die staubwolken, die sich da bereits auftürmen!
ferdl1234, 14. 10. '09 15:01
Re: Schlachtet die
Ja, da gebe ich dir recht...mit Ausnahme, dass ich die Landesregierungen/Landtage nicht abschaffen bzw. in ost-west-mittel teilen würde, sondern in jedem bundesland weniger abgeordnete und weniger regierungssitze.