In bester Gesellschaft
- Silvia Meister über akuten Höflichkeitsmangel

Ende der Vorwoche in der Redaktion. Stress total und dann noch Handyläuten im Stakkato. Alle Anrufer wollten nur eines wissen: Warst du gestern bei dieser Restauranteröffnung? Wars so toll? Hab ich was verpasst? Schon beim dritten Klingeln in Serie wusste ich: Nein, die Eröffnung war ein Desaster.
Unfreundliche Türsteher, arrogantes Personal. Dr. M., ein weltgewandter Mann mit besten Manieren und über die Grenzen Österreichs bekannt, stand einige Zeit im Regen, ehe er das Weite suchte. Denn Einlass wurde ihm, obwohl davor telefonisch mehrfach um sein Erscheinen gebeten wurde, vom grantigen Personal nicht gewährt.
Liebe Organisatoren, Restaurantbesitzer usw.: Brieft doch euer Personal, egal ob Security, Kellner oder Barkeeper, mal dahingehend, dass eine gewisse Grundhöflichkeit unverzichtbar ist. Denn ein arroganter Kellner ist etwa dafür verantwortlich, dass man sicher nicht mehr kommt. Vielleicht hilft zwecks Anschauungsunterrichtes ein Trip nach Porto Cervo: Dort, an der Costa Smeralda, gehen die Milliardäre in Flip-Flops Achtkaräter shoppen. Und obwohl man ihnen nicht ansieht, ob sie nun tatsächlich eine schwarze Diners in ihrer verwaschenen Bermuda haben, werden sie vom Personal hofiert. Denn man weiß ja nie, wen man vor sich hat
