Montag, 19. Oktober 2009

Siegerlächeln bei Österreichs Privaten:
ATV, Puls-4 & Co rücken dem ORF zu Leibe

  • Magazine wie "Bauer sucht Frau" und Filme als Hits
  • FORMAT: Puls-4 erzielt mit Fußball Sensationserfolg

Einmal im Jahr treffen sie sich, die bedeutenden TV-Gesichter, Chefredakteure, Medienmanager und Marketingchefs des Landes, schlürfen gut gelaunt Sekt und sonnen sich ein wenig im Scheinwerferlicht. 16-mal wurden die Medientage schon abgehalten, und auch heuer war wieder viel Prominenz zugegen. „Es geht vor allem ums Networken“, sagt Klaus Fessel, Geschäftsführer von Focus Media Research. Er selbst sei diesmal zwar nicht dabei gewesen, dafür aber ein Kollege.

Anders sah es bei Markus Breitenecker aus, Chef von SevenOne Media Austria. „Nichts als Stress“ hatte er auf dem soeben zu Ende gehenden Medienspektakel. „Wir haben dort ja das neue Puls-4-Programm präsentiert. Arbeit gab’s da genug.“ Und die scheint sich allmählich zu lohnen: Der 2004 als Wiener Stadtsender Puls TV gestartete Sender macht etablierten Mitbewerbern zunehmend Konkurrenz. Mit dem Erwerb der Übertragungsrechte für die Europa League ist Breitenecker und Co-Chef Martin Blank ein Coup gelungen: Durchschnittlich 386.000 Zuseher sahen sich in der Vorwoche das Spiel Rapid gegen Celtic an. „Das ist die höchste Quote, die ein heimischer Privatsender je hatte“, freut sich Breitenecker und meint, der ORF habe die Bedeutung dieser Rechte unterschätzt.

Tatsächlich gerät der öffentlich-rechtliche Sender vor dem Hintergrund des erstarkten Mitbewerbs aus dem In- und Ausland zunehmend unter Druck. Die Werbeeinnahmen sinken weiter, und ein stetig wachsendes Angebot an neuen TV-Kanälen lässt die ORF-Reichweiten schrumpfen. „Vor allem die Marktanteile der Privaten steigen“, ist Ludwig Bauer, Chef von Österreichs größtem Privatfernsehsender ATV, überzeugt. Allein, die Erfolgsstrategie der Kanäle, allen voran ATV und Puls 4, ist unterschiedlich.

Promis, Bauern und Frauen
Der im Besitz des Filmhändlers Herbert Kloiber stehende Sender ATV darf sich über ein Quotenhoch freuen: Österreichweit kam ATV in der Zielgruppe „12 bis 49 Jahre“ im September-Schnitt auf 5,7 Prozent Marktanteil – in der Primetime (20.15 Uhr) waren es gar 7,6 Prozent. Damit hatte nur der ORF mehr. Bauer führt die Zuwächse weniger auf „Die Lugners“ zurück, eher auf andere etablierte Formate wie „Bauer sucht Frau“ oder die Abnehmtipps von Sasha Walleczek. Erst in der Vorwoche hat Kloiber einen Output-Deal mit Warner bekannt gegeben. Damit kommt alles, was ab 2010 von Warner in den US-Kinos läuft, wie die umsatzstarken „Potter“-Movies, über Kloiber nach Österreich, also zu ATV. „Film ist für uns sehr wichtig. Der Film-Freitag ist der erfolgreichste Tag in der Woche“, sagt Bauer. Einzig der Verlust von Dominic Heinzl trübt das Bild. Denn das Zugpferd von ATV, das jahrelang die Sendung „Hi Society“ moderierte, wechselt mit Anfang 2010 zum ORF. „Schade“, sagt Bauer, man werde Ersatz finden.

Auf die Welt der Reichen und Schönen setzt auch Puls-4-Programmchef Patrick Schubert. So geht der Quotenhit „Austria’s next Topmodel“ in die zweite Auflage, und die „Model-WG“ kam so gut an, dass sie nun sogar vom deutschen Schwesterunternehmen PRO 7 übernommen wird.

GoTV hingegen erfreut sich dank Musikhits aus aller Welt bei einem jüngeren Publikum großer Beliebtheit, und Austria 9 kommt ob seiner Heimatfilme bei einer älteren Klientel gut an. Neu am Markt ist Dietrich Mateschitz’ Servus TV. Das dort gebotene Programm gleicht in etwa dem von ARTE, nur ist es weniger elitär.

Silvia Jelincic

Lesen Sie im aktuellen FORMAT 41/09, welche Gegenmaßnahmen der ORF ergreift!

19.10.2009 11:55
Vasant, 11. 10. '09 10:41
Medientage
Eine kleine Halle, wo man in ca. 5 Minuten alles gesehen
hat und außer POSER war dort nicht wirklich was Neues
bzw. Interessantes zu sehen.

Im getrennten Bereich, wo nicht alle reindurften hat halt
jeder wieder erzählt wie gut und wie toll er ist, aber auch
das war eher zum gähnen als informativ interessant!

Und man darf auch nicht vergessen, dass bei der ach
so tollen Sendung "Hi Society" nicht wegen dem Heinzl
eingeschaltet wurde, sondern weil die Leute ganz geil
drauf sind zu sehen, wie sich unsere "D-Promis" zum
Affen machen.

Ich seh den Wechsel vom Heinzl zum ORF eigentlich
total als Erfolg für ATV, denn jetzt wird der ORF damit
zum Proletensender, wenn da ein alter Sack mit engen
T-Shirts, aufgeblasenem Bizeps und Kreuzerl aus der
Modeszene um den Hals steht.

Medientage = Witz!