Freitag, 9. Oktober 2009

Golf und Rugby feiern Olympia-Comeback: Rogge bringt "seine" Sportarten durch

  • Verbände werden durch Programm-Aufnahme reich
  • Golf-Superstar Tiger Woods: "Eine win-win-Situation"

Fünf Stunden nach seiner Wiederwahl zum IOC-Präsidenten brachte der 67-jährige Jacques Rogge auf der IOC-Vollversammlung in Kopenhagen auch noch "seine" Sportarten durch: Golf und Rugby feiern bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro ihr olympisches Comeback. Rugby wurde mit 81:8 Stimmen gewählt, auch Golf (63:27) erhielt von den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine deutliche Mehrheit.

Damit sind in sieben Jahren in Rio wieder 28 Sportarten im Olympia-Programm. Nach der Abwahl von Baseball und Softball werden bei den Spielen 2012 in London nur 26 Sportarten ausgetragen. Golf, 2005 von der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) noch abgelehnt, war zuletzt 1904 olympisch. Rugby, das mit Siebener-Teams gespielt werden soll, wird erstmals seit 1924 auf die olympische Bühne zurückkehren.

"Ich kann mir keinen besseren Sport als Golf bei Olympia vorstellen. Von der Aufnahme profitieren die olympische Bewegung und Golf, das ist eine win-win-Situation", erklärte Weltstar Tiger Woods (USA). Der globale Golfsport mit mehr als 60 Millionen Spielern weltweit sei die ideale Ergänzung für die Olympischen Spiele, meinte Jack Nicklaus (USA). Als ehemaliger Rugby-Nationalspieler Belgiens galt Rogge selbst als Fürsprecher für Rugby. Je zwölf Männer- und Frauen-Teams sind in Rio vorgesehen.

Geldregen für Golf und Rugby
Sieben Sportarten hatten sich um die Aufnahme ins olympische Programm beworben. Im August hatte die IOC-Exekutive Golf und das (schnellere) Siebener-Rugby zur Empfehlung an die Session ausgewählt und gleichzeitig Karate, Squash, Inline Skating, Baseball und Softball eine Absage erteilt. Die "Sieger" werden reich belohnt: Jeder Verband, der bei Olympia vertreten ist, darf mit einer IOC-Subvention von mindestens 15 Millionen US-Dollar rechnen.

Die beiden Sportarten werden übrigens auf jeden Fall auch 2020 bei den Spielen dabeisein. "Die Zeit wird zeigen, dass unsere Entscheidung sehr weise war", meinte Rogge nach der Wahl.

Für Golf und Rugby bedeutet dieser Olympia-Status neben dem Prestige freilich auch eine Menge Geld. Neben der IOC-Unterstützung werden auch die Übertragungsrechte teurer werden. Analysten haben für Rugby geschätzt, dass der Olympiastatuts die derzeitige Sponsorensumme von rund 15 bis 20 Mio. Dollar locker verdoppeln wird.

(apa/red)

9.10.2009 16:14