Verbrannte Leichen zur Energiegewinnung:
Krematorium nimmt den Klimaschutz ernst
- Bei Verbrennung freiwerdende Energie nutzen
- Pläne für Klimaanlage stoßen auf Unverständnis

Ein Krematorium in Taiwan will künftig die bei Leichenverbrennungen freiwerdende Energie für den Betrieb seiner Klimaanlage nutzen. Das Büro für Begräbnisdienste in Taipeh investierte umgerechnet 163.000 Euro in eine Anlage, die den bei Verbrennungen entstehenden Rauch in Elektrizität umwandelt, teilte Vize-Direktor Yang Yi-lin mit. Mit dem Strom solle eine neue Klimaanlage in einer Zone des Krematoriums betrieben werden, in der sich die Angehörigen der Verstorbenen aufhalten.
Die Idee stößt nicht nur auf Begeisterung: "Das ist doch eklig, dass Trauernde von einer Klimaanlage Kühlung bekommen, die von den Überresten ihrer Angehörigen betrieben wird", sagte Stadtrat Chuang Ruei-hsiung der Nachrichtenagentur CNA. Das Krematorium will trotz der Proteste an seinem Projekt festhalten. Möglicherweise werde man den gewonnenen Strom für die Lichtanlage verwenden, sagte Yang. "Wir wollen die Umwelt schützen. Aber natürlich nehmen wir auch Rücksicht auf die Gefühle der Angehörigen."
(apa/red)
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