Todesstrafe noch in 58 Ländern vollstreckt: Meisten Hinrichtungen finden in China statt
- Amnesty: 8.864 Menschen 2008 zum Tode verurteilt
- Iran und Saudi-Arabien als weitere Spitzenreiter

"Immer weniger Staaten richten Menschen hin, doch einige wenige Staaten richten immer mehr Menschen hin." Das ist die Botschaft der Menschenrechtsorganisation Amnesty International anlässlich des "Internationalen Tages gegen die Todesstrafe". Demnach haben 139 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. 58 Staaten halten weiterhin an ihr fest.
Laut Amnesty wurden im Vorjahr mindestens 2.390 Menschen hingerichtet. 2007 seien es weniger, nämlich 1.252 gewesen. Einen dramatischen Anstieg gab es den Angaben zufolge bei den zum Tode Verurteilten: Mindestens 8.864 im Jahr 2008 stehen hier 3.347 im Jahr 2007 gegenüber. Mehr als 20.000 Menschen weltweit warten der Organisation zufolge derzeit auf ihre Hinrichtung.
China als Spitzenreiter
An der Spitze der Staaten, die Menschen hinrichten, steht die Volksrepublik China, gefolgt vom Iran und Saudi-Arabien, wo auch Jugendliche hingerichtet werden, sowie Pakistan und die USA. 2008 seien diese fünf Länder für 93 Prozent aller Vollstreckungen von Todesurteilen verantwortlich gewesen. Demgegenüber schafften die afrikanischen Staaten Togo und Burundi die Todesstrafe heuer ab; in Kenia wurden per Generalamnestie sämtliche Todesurteile umgewandelt.
"Der Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe ist unumkehrbar. Die Staaten mit Todesstrafe sollten dieses Signal verstehen und endlich Schritte ergreifen, um die Todesstrafe zu überwinden", erklärte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich. Amnesty gehört mit mehr als 60 weiteren nichtstaatlichen Organisationen der "Weltkoalition gegen die Todesstrafe" an, die diese Form der Bestrafung als grausam, unmenschlich und erniedrigend ablehnt und den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe im Jahr 2002 ins Leben gerufen hat. 2007 erklärte auch der Europarat und die EU den 10. Oktober zum "Europäischen Tag gegen die Todesstrafe". (apa/red)
