Samstag, 10. Oktober 2009

Todesstrafe noch in 58 Ländern vollstreckt: Meisten Hinrichtungen finden in China statt

  • Amnesty: 8.864 Menschen 2008 zum Tode verurteilt
  • Iran und Saudi-Arabien als weitere Spitzenreiter

"Immer weniger Staaten richten Menschen hin, doch einige wenige Staaten richten immer mehr Menschen hin." Das ist die Botschaft der Menschenrechtsorganisation Amnesty International anlässlich des "Internationalen Tages gegen die Todesstrafe". Demnach haben 139 Staaten die Todesstrafe im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft. 58 Staaten halten weiterhin an ihr fest.

Laut Amnesty wurden im Vorjahr mindestens 2.390 Menschen hingerichtet. 2007 seien es weniger, nämlich 1.252 gewesen. Einen dramatischen Anstieg gab es den Angaben zufolge bei den zum Tode Verurteilten: Mindestens 8.864 im Jahr 2008 stehen hier 3.347 im Jahr 2007 gegenüber. Mehr als 20.000 Menschen weltweit warten der Organisation zufolge derzeit auf ihre Hinrichtung.

China als Spitzenreiter
An der Spitze der Staaten, die Menschen hinrichten, steht die Volksrepublik China, gefolgt vom Iran und Saudi-Arabien, wo auch Jugendliche hingerichtet werden, sowie Pakistan und die USA. 2008 seien diese fünf Länder für 93 Prozent aller Vollstreckungen von Todesurteilen verantwortlich gewesen. Demgegenüber schafften die afrikanischen Staaten Togo und Burundi die Todesstrafe heuer ab; in Kenia wurden per Generalamnestie sämtliche Todesurteile umgewandelt.

"Der Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe ist unumkehrbar. Die Staaten mit Todesstrafe sollten dieses Signal verstehen und endlich Schritte ergreifen, um die Todesstrafe zu überwinden", erklärte Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich. Amnesty gehört mit mehr als 60 weiteren nichtstaatlichen Organisationen der "Weltkoalition gegen die Todesstrafe" an, die diese Form der Bestrafung als grausam, unmenschlich und erniedrigend ablehnt und den Internationalen Tag gegen die Todesstrafe im Jahr 2002 ins Leben gerufen hat. 2007 erklärte auch der Europarat und die EU den 10. Oktober zum "Europäischen Tag gegen die Todesstrafe". (apa/red)

10.10.2009 16:08
sidestep, 10. 10. '09 11:15
Die Nachteile liegen nicht in der Strafe sondern in der Verhängung
Die Todesstrafe ist eine grausame Bestrafung. Das ist richtig. Aber ist nicht auch die Ermordung von Menschen grausam? Wer einen anderen mit Vorsatz tötet und es wird ihm dies zweifelsfrei (z.B. mit DNA-Analysen) und ähnlichem nachgewiesen, der hat sein Leben selbst verwirkt. Schon in der Bibel steht geschrieben "Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!" Das Problem in China und in den USA und in anderen Staaten ist, dass die Todesstrafe sehr, sehr "leichtsinnig" verhängt wird. Nochmals: Meiner Meinung ist die Todesstrafe gerechtfertigt in jenen Fällen, wo zweifelsfrei (Betonung auf ZWEIFELSFREI) erwiesen ist, dass dieser Mensch mit Vorsatz einen anderen getötet hat. Er soll in den Stunden vor der Hinrichtung auch die Angst vor dem Tod spüren, die sein Opfer verspürt hat!
sidestep, 10. 10. '09 11:29
Re: Die Nachteile liegen nicht in der Strafe sondern in der Verhängung
Das hat übrigens nichts mit Rachedenken zu tun wie es mir wahrscheinlich ein paar Gutmenschen unterstellen werden. Die Behörden sollen nicht Rache für eine Tat nehmen, in dem man den Deliquenten "umbringt"! Aber die Angehörigen haben ein Recht, dass dieser Mensch, der z.B. einen ihrer Lieben getötet hat, nie wieder in Freiheit kommt. Mit Gefängsnistrafen, die einen Gefangenen die Erkenntnis geben, dass er nie wieder hinauskommt ist es nicht getan, weil der keine Hoffnung mehr hat und im Gefängnis zur lebenden Bombe wird.