Donnerstag, 26. November 2009

Großer Wirbel um Anti-Minarett-Initiative:
Umstrittene Plakate spalten Eidgenossen

  • Schweiz: Könnte den öffentlichen Frieden gefährden
  • Städte sprechen Verbot auf öffentlichem Raum aus
    Bekannter Soziologe: "Plakat schadet der Schweiz"

Eine Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz entwickelt eine immer größere Dynamik. Erste Städte und Verlagshäuser haben ihre höchst umstrittenen Plakate und Inserate bereits verbannt oder denken laut darüber nach. Zu sehen ist darauf eine verhüllte Frau vor einer von Minaretten durchstochenen Schweizer Flagge. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) setzt sich nicht für ein Verbot ein, findet das Motiv aber höchst bedenklich und sieht es als Diffamierung für die Muslime im Land. Es könne den öffentlichen Frieden gefährden, so das Verdikt. Abgestimmt wird am 29. November.

In der Eidgenossenschaft scheint sich ein schon beinahe typischer Abstimmungskampf in Sachen Toleranz zu etablieren: Die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) hat die Initiative nicht selbst lanciert, stellt aber namhafte Vertreter und tritt mit einigen rechten Organisationen im Kielwasser für die Vorlage ein. Derzeit gibt es in der Schweiz vier Minarette.

"Eliminierung des Christentums"
Nationalrat Walter Wobmann (SVP), zugleich Präsident des Initiativ-Komitees gegen Minarette, rechnete bei der Parteidelegiertenversammlung vom Samstag in Genf vor: "Wenn wir die Scharia verhindern wollen, müssen wir den Bau von Minaretten verbieten." Eine namentlich nicht genannte Delegierte befürchtet gar die "Eliminierung des Christentums" .

Das Strickmuster dahinter ist einfach, doch ob es den Tatsachen entspricht, bleibt dahingestellt: So sei das Schreckgespenst des Muezzins, der in der Schweiz vom Minarett aus zum Gebet ruft, nicht realistisch. Auch die Ablehnung eines "absoluten Minarettverbots" würde nichts daran ändern, dass jedes einzelne Bauprojekt eine Bewilligung brauche, schrieb die angesehene "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) am Mittwoch und sprach der Initiative für ein Verbot des Minarettbaus "an sich" eine "eher nur geringe konkrete Bedeutung" zu. Stattdessen hätten es die Verfechter "ausdrücklich auf ein politisches Zeichen abgesehen."

Knappes Ergebnis erwartet
Laut dem eher links orientierten "Tagesanzeiger" dürfte das Abstimmungsresultat eher knapp werden: 51 Prozent lehnten die Anti-Minarett-Initiative derzeit ab, nur 35 Prozent stimmten ihr zu, ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Isopublic" im Auftrag des Blatts.

Auch die Schweizerische Volkspartei steht nicht völlig geschlossen hinter der Anti-Minarett-Initiative. Vereinzelt regen sich Andersdenkende, und Parteichef Toni Brunner stellte gegenüber Pressevertretern zumindest klar: "Die SVP gibt kein Geld" .

Städte sprechen Verbot aus
Verschiedene Schweizer Städte haben bereits festgehalten, das Abstimmungsplakat auf öffentlichem Grund zu verbieten, darunter Basel und Lausanne. Genf und St. Gallen hingegen sehen es anders. "Unsere Aufgabe ist es nicht, zu entscheiden, ob die Vorlage schlau ist" , kommentierte der St. Galler Medienchef Urs Weishaupt den Entscheid der Behörde. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus ("EKR") hielt denn neben der heftigen Kritik auch fest, die Plakate seien legal.

Andere Städte machten ihre Entscheidung vom Bescheid der "EKR" abhängig. "EKR"-Präsident Georg Kreis unterstrich am Mittwoch in einem Interview: "Momentan ist nicht der Islam, sondern die SVP mit ihrer Kampagne eine Gefahr für die Schweiz."

Einige Verlagshäuser haben ebenfalls den Verzicht auf Anti-Minarett-Inserate bekanntgegeben. Der Medienkonzern Ringier, der unter anderem das Boulevardblatt "Blick" herausgibt, gehört dazu. Tamedia will es ihren dazugehörigen Verlagen offen lassen. Dazu gehört der "Tagesanzeiger": Er will das Inserat nicht publizieren. Das reichweitenstärkste Schweizer Blatt, die Pendlerzeitung "20 Minuten" aus dem gleichen Haus, offenbar auch nicht.

"Plakat schadet der Schweiz"
Was klar erscheint, hat der bekannte Schweizer Soziologe Kurt Imhof in einem Interview unterstrichen: "Ich finde, das Plakat schadet der Schweiz. Es wird weltweit Karriere machen, genau so wie ein ähnliches Plakat gegen Minarette, das die FPÖ in Vorarlberg aufhängte". Dieses sei international sehr schlecht angekommen.

(apa/red)

26.11.2009 10:19
SunshineState, 08. 10. '09 13:17
Endlich
regt sich wo Widerstand !!! Wär auch bei uns endlich an der Zeit!
Michl1200, 19. 10. '09 18:48
Re: Endlich
Nicht nur in der Schweiz,in den Benelux Staaten,in Italien,in Frankreich und teilweise in Deutschland,nur Österreich hat entweder eine Schlechte Regierung,oder zu viel Geld.Ich hoffe das Fr.Fechter entlich durchgreift
galileo2, 08. 10. '09 12:29
wem kümmer es?
na u wem kümmert es ob das schlecht aussieht in der welt, zahlt die welt uns was drauf für die Zuwanderung u deren kosten. zuerst mussen wir mal auf das eigen volk schauen u dann auf die zuwanderer.
DerLeutnant, 08. 10. '09 12:58
Re: wem kümmer es?
Tja und wir hier in Österreich müssen uns immer wieder einer grünen Gutmenschminderheit beugen die nicht sehen wollen das wir als gratis Selbstbedienungsladen für Sozialschmarotzern und Wirtschaftsflüchtlingen herhalten müssen. "Oh du glückliches Österreich, zahle!"
antikapitalist, 08. 10. '09 14:12
Re: wem kümmer es?
jawohl herr leutnant,an die waffen und im schritt marsch!sie sind auch einer der hunderttausenden ewiggestrigen,die aus der vergangenheit überhaupt nichts gelernt haben!!! traurig,traurig unsere gesellschaft
Marc99, 08. 10. '09 15:18
Ich lerne lieber aus der Gegenwart, als aus der Vergangenheit
Und die Gegenwart lehrt mich, dass wir uns durch die massive Immigration in Österreich mit Problemen rumschlagen müssen die wir vor ein paar Jahrzehnten noch nicht hatten.
antikapitalist, 08. 10. '09 15:43
Re: wem kümmer es?
ich sagte ja hunderttausende,und auch sie gehören dazu!!!aber mein posting sollte kein vorwurf sein(wie kann man der mehrheit etwas vorwerfen,sie hat ja immer recht),und auch SIE haben selbstverständlich recht,aus welchen gründen auch immer!mein posting war nur das feststellen einer traurigen tatsache!
Marc99, 08. 10. '09 18:29
Lieber antikapitalist!
Da ich ihr Rechtgeben nur als Zynismus interpretiere erlauben sie mir ein paar Anmerkungen.
Ich bin gegen jede radikale politische Strömung - rechts wie links. Womit könnten sich denn rechtsradikale profilieren, hätten wir keine Ausländer hier?
In Österreich leben ca. 17 % Ausländer, statistisch belegt werden ca. 40 % aller strafbaren Handlungen von Ausländern begangen, somit ist die Kriminalitätsrate bei Ausländern mehr als 2 x so hoch, seit der Ostöffnung steigt die Einbruchsrate in OÖ, NÖ, Wien, B, massiv - was fällt ihnen dazu ein? Bei kinderreichen (z.B. türkischen) Familien kommen auf einen Krankenkassenbeitragszahler 7 - 10 Versicherte, somit steigt das Krankenkassendefizit... Der Platz hier reicht nicht um alle Nachteile die Immigration mit sich bringt aufzuzählen!
antikapitalist, 09. 10. '09 08:08
Re: wem kümmer es?
das die liebe menschheit ausser krieg, mord und der zerstörung es zu nichts wesentlichen gebracht hat ist doch seit jahrhunderten(jahrtausenden) geschichtlich belegt!und warum???ich kann es ihnen sagen:wil wir einander achten,weil wir miteinander als gegeneinander agieren,und zu guter letzt: weil wir gott sei dank nicht auf das "entweder- oder"(gut-schlecht) denksystem hineingefallen sind,sondern für uns gottlob das "sowohl als auch"(ich bin nicht mehr und weniger als du) denken realität ist!!!