KHG und die Opferrolle: Ex-Minister ortet
"Hetzjagd" und "Grasser-Skandalisierung"
- Lobbying: "Bewusst hinter meinem Rücken passiert"
- Buwog-Informant sieht Klagen gelassen entgegen
"Verzweifelte und wilde Rundumschläge von Grasser"

·"Er lügt offensichtlich um Rache zu nehmen"
NEWS.at-Video: Grasser
startet Gegenoffensive
·Grasser bleibt ein
U-Ausschuss erspart
Buwog: SPÖ will Justiz-
ermittlungen abwarten
·Grasser sucht sein
Heil in der Offensive
Ex-Minister plant den Rundumschlag mit Klagen
·Grüne jagen Grasser
die Justiz auf den Hals
Anzeige wegen möglicher
Verwicklung bei Buwog
·Ex-Spitzenbeamter belastet Grasser
"profil": Manipulation bei Buwog-Privatisierung?
·Exklusiv: Razzien
in der Buwog-Affäre
FORMAT.at: Ermittlungen
gegen Meischberger & Co
·BUWOG: 10 Mio Euro für Deal-Vermittlung
Grasser-Freunde machten bei Verkauf viel Geld
"Gehen Sie davon aus, dass ich ein reines Gewissen habe". Sprach der Mann, der einmal mehr im großen Rampenlicht steht und mit seinem berühmt-berüchtigten Grinsen allen Vorwürfen entgegentrat. Karl-Heinz Grasser rief zur Pressekonferenz ins Wiener Hotel Le Meridien, um seine weiße Weste in der Buwog-Affäre zu präsentieren, sich als "Opfer einer schiefen Optik" zu sehen, eine "Hetzjagd" und "Grasser-Skandalisierung" zu verurteilen und natürlich zu versichern, vom Lobbying-Auftrag an seinen Trauzeugen Meischberger nichts gewusst zu haben.
Nach umfassender Darstellung des seiner Meinung nach "völlig unbeeinflussten, völlig transparenten und völlig rechtmäßigen" Buwog-Verkaufsprozesses bezichtigte er den "profil"-Informanten ein weiteres Mal der "Lüge" und warf ihm "zweifelhaftes Image" und "zutiefste Unglaubwürdigkeit" vor. Vergessen Sie das einfach", so Grasser, der auch aus einem E-Mail Ramprechts aus dem Jahr 2006 vorlas. Demnach habe sich Ramprecht selber als "angeschossenes Raubtier" bezeichnet, das "ganz ganz unangenehm werden" könne.
"Hinter meinem Rücken passiert"
In der Lobbying-Affäre um seine beiden engen Freunde, Walter Meischberger und Peter Hochegger, gab sich Grasser unwissend, dies sei wohl "ganz bewusst hinter seinem Rücken passiert".
Grasser wies zudem Vorwürfe zurück, das Verfahren habe einen zu geringen Preis erbracht. Die Rendite für den Käufer sei bei nur 4,1 Prozent gelegen, international hätten Käufer bei vergleichbaren Wohnungspaketen Renditen von 4,7 bis 8 Prozent erzielt. "Wir hätten auch um zwei Milliarden Euro verkauft, wenn es jemand gezahlt hätte", so Grasser.
Grasser ruft auch die Mitglieder der zwei Vergabekommissionen als Zeugen auf, dass bei dem Deal alles mit Rechten Dingen zugegangen ist. Bisher haben diese allerdings jede öffentliche Stellungnahme verweigert - sie sind auch an die Schweigepflicht gebunden.
Informant packt aus
Der betreffende "Unglaubwürdige", Michael Ramprecht lautet sein Name, zog seine Aussagen aber keineswegs zurück und hat seine Vorwürfe bei der Staatsanwaltschaft unter Wahrheitspflicht noch einmal bekräftigt. Demnach sei bereits die Auswahl der Investmentbank Lehman Brothers 2002 nicht von der damals zuständigen Vergabekommission, sondern auf Grassers ausdrücklichen Wunsch hin getroffen worden und der Zuschlag an die Immofinanzgruppe von Beginn an festgestanden.
Den Klagen des Ex-Finanzministers sieht Ramprecht locker entgegen. "Ich sehe den von Herrn Grasser angedrohten Klagen mit allergrößter Gelassenheit entgegen und habe bereits meinen Anwalt beauftragt, seine in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen", so Ramprecht in einer Stellungnahme.
"Verzweifelte, wilde Rundumschläge"
"Eine menschliche Bewertung der Person Grasser und seiner verzweifelten, wilden Rundumschläge" sollen sich die Zuseher der "ZiB2" selber machen, schreibt Ramprecht, der bestätigt, dass er "alle relevanten Vorgänge" bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben habe und ankündigt, keine weiteren Stellungnahmen in der Öffentlichkeit abzugeben.
(apa/red)
