Dienstag, 6. Oktober 2009

KHG und die Opferrolle: Ex-Minister ortet
"Hetzjagd" und "Grasser-Skandalisierung"

  • Lobbying: "Bewusst hinter meinem Rücken passiert"
  • Buwog-Informant sieht Klagen gelassen entgegen
    "Verzweifelte und wilde Rundumschläge von Grasser"

"Gehen Sie davon aus, dass ich ein reines Gewissen habe". Sprach der Mann, der einmal mehr im großen Rampenlicht steht und mit seinem berühmt-berüchtigten Grinsen allen Vorwürfen entgegentrat. Karl-Heinz Grasser rief zur Pressekonferenz ins Wiener Hotel Le Meridien, um seine weiße Weste in der Buwog-Affäre zu präsentieren, sich als "Opfer einer schiefen Optik" zu sehen, eine "Hetzjagd" und "Grasser-Skandalisierung" zu verurteilen und natürlich zu versichern, vom Lobbying-Auftrag an seinen Trauzeugen Meischberger nichts gewusst zu haben.

Nach umfassender Darstellung des seiner Meinung nach "völlig unbeeinflussten, völlig transparenten und völlig rechtmäßigen" Buwog-Verkaufsprozesses bezichtigte er den "profil"-Informanten ein weiteres Mal der "Lüge" und warf ihm "zweifelhaftes Image" und "zutiefste Unglaubwürdigkeit" vor. Vergessen Sie das einfach", so Grasser, der auch aus einem E-Mail Ramprechts aus dem Jahr 2006 vorlas. Demnach habe sich Ramprecht selber als "angeschossenes Raubtier" bezeichnet, das "ganz ganz unangenehm werden" könne.

"Hinter meinem Rücken passiert"
In der Lobbying-Affäre um seine beiden engen Freunde, Walter Meischberger und Peter Hochegger, gab sich Grasser unwissend, dies sei wohl "ganz bewusst hinter seinem Rücken passiert".

Grasser wies zudem Vorwürfe zurück, das Verfahren habe einen zu geringen Preis erbracht. Die Rendite für den Käufer sei bei nur 4,1 Prozent gelegen, international hätten Käufer bei vergleichbaren Wohnungspaketen Renditen von 4,7 bis 8 Prozent erzielt. "Wir hätten auch um zwei Milliarden Euro verkauft, wenn es jemand gezahlt hätte", so Grasser.

Grasser ruft auch die Mitglieder der zwei Vergabekommissionen als Zeugen auf, dass bei dem Deal alles mit Rechten Dingen zugegangen ist. Bisher haben diese allerdings jede öffentliche Stellungnahme verweigert - sie sind auch an die Schweigepflicht gebunden.

Informant packt aus
Der betreffende "Unglaubwürdige", Michael Ramprecht lautet sein Name, zog seine Aussagen aber keineswegs zurück und hat seine Vorwürfe bei der Staatsanwaltschaft unter Wahrheitspflicht noch einmal bekräftigt. Demnach sei bereits die Auswahl der Investmentbank Lehman Brothers 2002 nicht von der damals zuständigen Vergabekommission, sondern auf Grassers ausdrücklichen Wunsch hin getroffen worden und der Zuschlag an die Immofinanzgruppe von Beginn an festgestanden.

Den Klagen des Ex-Finanzministers sieht Ramprecht locker entgegen. "Ich sehe den von Herrn Grasser angedrohten Klagen mit allergrößter Gelassenheit entgegen und habe bereits meinen Anwalt beauftragt, seine in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen", so Ramprecht in einer Stellungnahme.

"Verzweifelte, wilde Rundumschläge"
"Eine menschliche Bewertung der Person Grasser und seiner verzweifelten, wilden Rundumschläge" sollen sich die Zuseher der "ZiB2" selber machen, schreibt Ramprecht, der bestätigt, dass er "alle relevanten Vorgänge" bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben habe und ankündigt, keine weiteren Stellungnahmen in der Öffentlichkeit abzugeben.

(apa/red)

6.10.2009 21:27
antikapitalist, 07. 10. '09 08:37
TYPISCH ÖSTERREICHISCHE NEIDGESELLSCHAFT!!!
hauptsache,"man"ist sich einig und hat jemanden,an dem "man"sich seine eigene unzulänglichkeit und seinen frust abreagieren kann!!! ist grasser wieder aus den medien verschwunden,dann sucht "man"sich halt wieder ein anderes opfer!!!und "man"wird es sicher finden!!!jämmerlich kann ich dazu nur sagen!!!
Sensor, 07. 10. '09 09:00
Re: TYPISCH ÖSTERREICHISCHE NEIDGESELLSCHAFT!!!
Unsinn!! Niemand braucht in Östereich so oft die Unschuldsvermutung wie die Karl Hase Gesellschaft ohne Haftung, weil bei niemanden so oft die Schuldvermutung angestellt wird.
drnudo, 06. 10. '09 23:52
Einfach
schleimig...
wiener123, 06. 10. '09 19:44
peinlich
das war ja schon peinlich was sich da ein ehemaliger finanzminister der republik österreich im fernsehn von sich gegeben hat, was sind das nur für figuren? für ihn wäre es besser gewesen er wäre beim papa im betrieb geblieben und hätte autos verkauft.
Vasant, 06. 10. '09 17:13
Das nächste Kabarett in Österreich!
Es gilt ja die Unschuldsvermutung, aber für wie blöd
muss man das Volk halten, wenn man angeblich vom
Trauzeugen und besten Freund nicht erfahren würde,
dass dieser eine Prämie von ca. 10 Millionen erhalten
hat!?

Da hebts dir ja den reinen Menschenverstand schon aus
den Angeln;) Und wenn man an so einem "Deal" arbeitet
und dann nichts von "Nebengeschäften" und anderen
"Provisionen" weiß, dann frag ich mich echt ... wie kann
man denn da seine Arbeit "gewissenhaft" machen???

Ein Widerspruch jagt den anderen ... bin schon gespannt,
wie das Ende der story aussieht!
antikapitalist, 07. 10. '09 11:14
Re: Das nächste Kabarett in Österreich!
ich kann dir sagen,wie die story ausgeht:grasser lacht sich ins fäustchen,und du wirst dich in deiner "villa"weiterärgern!!!
marcelus, 06. 10. '09 15:46
Tatsächlich...
...ist Niemandem gedient, wenn eine Fernsehjournalistin mehr um die eigene Darstellung bemüht, nicht in der Lage ist, dem Interviewpartner Fragen zu stellen, die diesen wirklich fordern. "Kleines Schulmädchen" ist eine wirklich treffende Bezeichnung. Nur leider ist sie für eine diesbezügliche Nachsicht schon zu alt...
OTNG, 06. 10. '09 10:14
Interviews
Könnte man Hrn. Grasser im ORF nicht von einem kompetenteren Moderator interviewen lassen, Fr. Thurnher ist doch da ständig völlig überfordert und wird wird wie ein kleines Schulmädchen abgekanzelt.
helfri, 06. 10. '09 18:32
Re: Interviews
fr.thurnherr ist eine der besten im orf. nur hat leider der khg
nicht soviel anstand sie ausreden zu lassen,geschweige seine auswendig gelernten lügen anzubringen. naja bis jetzt hat er sich bei jeder gaunerei harausgewurstelt.wann trifft
man seine archillesferse?
Sensor, 06. 10. '09 19:21
Re: Interviews
Frau Thurnherr ist sehr kompetent, aber bei manchen Antwortverweigeren ist es schwierig auf den Punkt zu kommen. KHG hält sich auch bei Interviews nicht an die Spielregeln und in seinem vermutlich vom schlechten Gewissen verursachten Redeschwall wäre es für jeden Moderator das gleiche Problem, Ruhe zu bewahren, nicht aus der Rolle zu fallen bzw. nicht zornig auf den Tisch zu hauen und den unsympathischen Kerl die Tür zu weisen.
Sensor, 06. 10. '09 19:24
Re: Interviews
Natürlich muss es heißen "...dem unsympathischen Kerl....."
sidestep, 06. 10. '09 09:02
KHG´s Philosophie
MEIN NAME IST HASE, ICH WEIß VON NICHTS! Ich habe nie etwas gewußt, ich werde nie etwas wissen und außerdem lügen alle anderen nur ich nicht!!!!
Sensor, 06. 10. '09 22:28
Re: KHG´s Philosophie
Daher heißt KHG "Karl Hase Gesellschaft" ohne Haftung.