Großer Schlag gegen Schlepper in der
Steiermark: 64 Illegale in Lkws entdeckt
- Drei Männer verhaftet: Wollten von Türkei nach Wien
- Auswanderer bezahlten bis zu 10.000 Euro für Fahrt

Ein Schlag gegen eine Schlepperbande, die 64 Menschen von Istanbul illegal nach Wien bringen wollten, ist der Polizei in der Steiermark gelungen. Drei Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren wurden festgenommen. Die geschmuggelten Männer und Frauen waren in zwei Lkw, die als Obst- und Gemüsetransporter getarnt waren, 24 Stunden lang eingepfercht.
Die Auswanderer sollen für die Fahrt bis zu 10.000 Euro bezahlt haben, teilte Bundeskriminalamts-Sprecher Marakovits mit. Die beiden Lkw wurden von Beamten des Bundeskriminalamtes, aus dem Bereich der Ausgleichsmaßnahmen (AGM) sowie des Landeskriminalamts Steiermark auf der Südautobahn (A2) in der Steiermark entdeckt und gegen 1.45 Uhr auf die Raststation Zöbern abgeleitet. Dort fanden die Behörden die zwischen Obst- und Gemüsekisten eingepferchten 64 Menschen. Mit den Kisten wurde eine Art Hohlraum gebaut, die Geschleppten seien gut versteckt gewesen.
Notdurft in Plastikflaschen verrichtet
Die Fahrt hat ursprünglich in Istanbul begonnen, dort wurden die 64 Personen auf die beiden Lkw aufgeteilt. Ziel sollte Wien, der Großgrünmarkt in Inzersdorf in Liesing sein. Die Männer und Frauen mussten ihre Notdurft in Plastikflaschen verrichten.
"Menschenunwürdig und gesundheitsgefährdend"
Als "menschenunwürdig und gesundheitsgefährdend" bezeichnete Heinz Zimper von der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen die Verhältnisse in den Lkws. Die Lastwagen seien schlecht belüftet und viel zu kühl gewesen. Zur Aufrechthaltung der Tarnung als Obst- und Gemüsetransporter wurde die von außen erkennbare Temperatur entsprechend hinuntergefahren.
Nach ihrem Aufgriff wurden sie vom Roten Kreuz versorgt und anschließend notdürftig in einer Polizeidienststelle untergebracht. Zurzeit erhebt die Polizei die Personalia und die genaue Herkunft.
(apa/red)
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