Ildar A. war doch kein Geheimdienstagent:
Freispruch im Prozess gegen den Kasachen
- Keine Verwicklung in Entführungsversuch in Wien
- Geschworene verwerfen die Anklage zur Gänze

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Der angebliche kasachische Spion, der im Sommer 2008 in eine missglückte Entführung in der Wiener Innenstadt verwickelt gewesen sein soll, ist von sämtlichen Anklagepunkten einstimmig freigesprochen. Er war kein Geheimdienstagent und an dem Versuch, den früheren kasachischen Geheimdienstchefs Alnur Mussajew zu verschleppen, nicht beteiligt. Der Freispruch ist nicht rechtskräftig.
Zu diesem Ergebnis sind die Geschworenen im Prozess gegen den 61-jährigen Ildar A. gekommen. Der Wahrspruch kann als schallende Ohrfeige für die Ermittlungsbehörden interpretiert werden, die die Beweislage für ausreichend erachtet hatten, um gegen den Geschäftsmann Anklage wegen geheimer nachrichtendienstlicher Tätigkeit zum Nachteil der Republik Österreich, versuchte Überstellung an eine ausländische Macht und Bestimmung zum Amtsmissbrauch erhoben hatten.
Nach nur etwas mehr als einstündiger Beratung verwarfen die Geschworenen die Anklage zur Gänze. Ildar A., der den Freispruch mit einem knappen "Danke!" kommentierte, wurde unmittelbar nach der Verhandlung auf freien Fuß gesetzt. Er hatte mehr als ein Jahr in U-Haft verbracht.
Anton Draskovits, der Verteidiger des Doch-Nicht-Spions für Kasachstan, kündigte nach der Verhandlung rechtliche Schritte an. Er wird für den Freigesprochenen Haftentschädigung einklagen, sagte Draskovits im APA-Gespräch: "Fakt ist, dass mein Mandant auf Basis bloßer Spekulationen über ein Jahr zu Unrecht in U-Haft verbringen musste."
(apa/red)
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