Familie kommt bei uns vor dem Beten: Religiöse Werte haben stark abgenommen
- Umfrage: 82 Prozent sind Familie und Kinder "heilig"
- Glaube an Gott ist nur mehr für 30 Prozent wichtig

·14 Religionen in Österreich anerkannt
Katholische Kirche mit 5,6
Mio. Mitgliedern an Spitze
·Es gibt Alternativen zum Kirchenbeitrag
Schönborn: Politischer Wille fehlt für Umsetzung
Den Österreichern sind in den vergangenen 15 Jahren vor allem die Familie und Kinder noch "heiliger geworden, als sie es ohnehin schon waren. Dagegen haben religiöse Werte in ihrer Bedeutung abgenommen. Das ergab der Vergleich von Ergebnissen einer Umfrage aus dem Jahr 1994 mit jenen von aktuellen Online-Interviews des Linzer Meinungsforschungsinstituts market.
Aktuell erklären 82 Prozent, ihnen seien die Familie und Kinder "heilig". Das gehörte auch 1994 zu den Top-Statements, seither ist der Wert allerdings um 22 Prozentpunkte gestiegen.
Auch die Bindungen zur Verwandtschaft, zum Freundeskreis haben erheblich zugenommen - und auch zum eigenen Land: Derzeit ist es 57 Prozent der Befragten wichtig, das sie Österreicher sind - das sind um 16 Prozentpunkte mehr. Nach wie vor in Top-Position - nämlich gleich hinter Familie und Kinder - befindet sich die persönliche Freiheit, die um 17 Prozentpunkte auf 81 Prozent an Bedeutung zulegen konnte.
Glaube an Gott nur für 30 Prozent wichtig
Immerhin 51 Prozent legen Wert auf das Weihnachtsfest in der Familie, Werte mit religiösen Ursprung haben dagegen an Bedeutung verloren. So ist der Glaube an Gott nunmehr 30 Prozent der Österreicher "heilig" - ein minus von drei Prozentpunkten. Die christliche Taufe hat um zehn Prozentpunkte an Wichtigkeit abgenommen und liegt aktuell bei 20 Prozent. Auch das "Vater Unser" und die "Zehn Gebote" haben bewegen nur 13 der Befragten - das sind um elf Prozentpunkte weniger.
Mehr "Heiligkeit" der eigenen Familie bewirkt offenbar auch eine Verschiebung der Moralvorstellungen. Mord wird zwar nach wie von den meisten, nämlich 92 Prozent als "Sünde" bezeichnet. Dann folgt aber schon mit 88 Prozent "Vergewaltigung in der Ehe", das sind 27 Prozentpunkte mehr. "Die eigenen Kinder schlagen" wird von 74 Prozent verabscheut - das ist eine Zunahme von 26 Prozentpunkten. (apa/red)
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