Ursache für Unglück in Allentsteig geklärt:
Technisches Gebrechen schuld an Explosion
- Generalleutnant: "War kein menschliches Versagen"
- Schwerverletzter Soldat aus Intensivstation entlassen
·Granateneinschlag schreckt Allentsteig
NÖ: "Es hat Mordstrum-
Kracher gemacht"
·Übungsgelände für
Tausende Soldaten
Jährlich trainieren 30.000
Soldaten in Allentsteig

Die Ursache für die Explosion im Kampfraum eines Panzers in Allentsteig dürfte geklärt sein: Einem ersten Ergebnis der Untersuchungskommission zufolge soll ein defekter Zünder einer Granate zu dem Unfall geführt haben, der einem 20-jährigen Berufssoldaten aus dem Burgenland das Leben gekostet hat. "Es war kein menschliches Versagen und kein Ausbildungsmangel", sagte Generalleutnant Günter Höfler bei einer Pressekonferenz in Wien.
Der Soldat, der bei dem Unfall verletzt worden ist, war von der Intensiv- in eine normale Krankenstation verlegt worden. "Er hat Verletzungen an beiden Händen", so Höfler. Bis zu einer vollständigen Genesung dürften mehrere Nachoperationen nötig sein. Der Präsenzdienst ist für den jungen Steirer jedenfalls zu Ende. Die drei weiteren in der Panzerhaubitze anwesenden Soldaten kamen mit dem Schrecken davon. Sie dürfte vor allem die "Explosionsunterdrückungsanlage" im Inneren des Fahrzeuges geschützt haben.
Defekter Zünder explodiert
Laut den ersten Untersuchungen dürfte ein Teil des Zünders und dadurch auch ein Teil der Granate trotz Sicherung im Laderaum explodiert sein. Wie genau es dazu gekommen ist, war noch unklar. Der Unfall hätte aber noch schlimmer enden können: Bei einer Totalexplosion hätte laut Höfler "vermutlich niemand überlebt".
Das betroffene Material war der Kommission zufolge nicht zu alt. Der Zünder stammt aus dem Jahr 1993 und hätte erst 2023 aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Wie viele dieser Modelle beim Bundesheer im Einsatz sind, wollte man "aus militärischen Gründen" nicht sagen. Es seien aber alle Zündertypen aus dem gleichen Baujahr zwecks weiterer Überprüfung gesperrt worden. Die Granate war der Untersuchungskommission zufolge in Ordnung.
Klage gegen Herstellerfirma?
Ob das Bundesheer eine Klage gegen die Herstellerfirma einbringen wird, wollte man noch nicht sagen. "Wir müssen die genauen Ergebnisse der Untersuchung abwarten", sagte Höfler.
In Allentsteig bemüht man sich indes, wieder "Vertrauen in das Gerät" herzustellen. "Ohne Probleme" wurden die restlichen fünf Granaten abgefeuert, die sich noch in dem betroffenen Panzer befanden. Das Bundesheer war zudem bemüht, den Eindruck über gehäufte Unfälle in Allentsteig "in Relation zu setzen". "Jeder Unfall, besonders ein so tragischer, ist einer zu viel", sagte Höfler. Auf dem Übungsplatz würden aber jährlich Zehntausende von Soldaten an Manövern teilnehmen.
(apa/red)
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