Skandal um Verkauf der Buwog: Jetzt wird's
richtig eng für Ex-Finanzminister Grasser
- Zeuge belastet ihn bei der Staatsanwaltschaft schwer
- Verkauf wurde zugunsten der Immofinanz beeinflusst
Grasser spricht von einer "parteipolitischen Hetzjagd"

·Grasser bleibt ein
U-Ausschuss erspart
Buwog: SPÖ will Justiz-
ermittlungen abwarten
·Grasser sucht sein
Heil in der Offensive
Ex-Minister plant den Rundumschlag mit Klagen
·Grüne jagen Grasser
die Justiz auf den Hals
Anzeige wegen möglicher
Verwicklung bei Buwog
·Ex-Spitzenbeamter belastet Grasser
"profil": Manipulation bei Buwog-Privatisierung?
·Exklusiv: Razzien
in der Buwog-Affäre
FORMAT.at: Ermittlungen
gegen Meischberger & Co
·BUWOG: 10 Mio Euro für Deal-Vermittlung
Grasser-Freunde machten bei Verkauf viel Geld
Der Skandal um den Verkauf der Buwog dreht sich immer mehr um den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Wie bekannt wurde, hat ein ehemaliger leitender Mitarbeiter aus dem Kabinett des Ex-Ministers vor der Staatsanwaltschaft unter Wahrheitspflicht schwere Vorwürfe erhoben. Demnach soll Grasser den Verkauf der Wohnbaugesellschaften des Bundes massiv zugunsten der Immofinanz beeinflusst haben.
Bereits am Wochenende haben die Grünen eine Anzeige gegen "KHG" eingebracht. Grasser hat eine Beeinflussung des Buwog-Verkaufs stets bestritten, es gilt die Unschuldsvermutung.
Wie die "Oberösterreichischen Nachrichten" berichten, soll der Zeuge drei Stunden lang bei Staatsanwalt Norbert Haslhofer ausgepackt haben. Demnach habe Grasser 2004 dafür gesorgt, dass als Investment-Bank Lehman-Brothers den Zuschlag erhielt. Für Lehman begleitete Grassers Freund Karlheinz Muhr den Verkaufsprozess. Immobilienmakler Ernst-Karl Plech und der Zeuge drückten Lehman im Buwog-Aufsichtsrat durch, schreibt die Zeitung. Plech habe dem Zeugen demnach klar mitgeteilt, dass es Grassers Wunsch sei, dass letztlich die Immofinanz den Zuschlag für die Buwog erhalte. Plech war einer der engsten Vertrauten des Finanzministers. Er ist seit heuer Grassers Partner in einer neuen Immobilienfirma.
In der Tageszeitung "Österreich" betont Grasser, dass er mit dem Zeugen nie besprochen hat, dass dieser für Lehman stimmen soll "denn mir war es damals vollkommen egal, wer den Auftrag bekommt", wird Grasser zitiert. Einen parlamentarischen U-Ausschuss in der Causa hält der Ex-Minister für nicht notwendig: "Da gibt es eine parteipolitische Hetzjagd zu Lasten des Herrn Grasser. Ich begrüße die Ermittlungen der Finanzfahndung gegen die Herren Meischberger und Hochegger sowie jene der Staatsanwaltschaft, wo rasch ermittelt wird." Meischberger war der Trauzeuge von Karl-Heinz Grasser und teilt sich mit Grasser eine Bürogemeinschaft. Hochegger zählte zum engen Freundeskreis von Grasser und war mit ihm gemeinsam geschäftlich aktiv.
(apa/red)
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