DIE KIRCHE IM DORF LASSEN
- Tino Teller über die neue Fußball-Euphorie
- Plus: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Praktisch aus dem Nichts hat sich Österreichs Klubfußball in Europa wieder einen Namen gemacht. In der Saison-Zwischenwertung rangieren wir dank des Aufstiegs von Salzburg, Rapid, Austria und Sturm in die Gruppenphase der neuen Europa League mittendrin unter den Topnationen. So schnell geht das im Sport. Noch vor einem Jahr herrschte tiefste Tristesse im Land vor allem nach dem enttäuschenden Abschneiden der Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft. Und auch, weil sich das Kapitel Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika rasch erledigt hatte. Aber gut Ding braucht nicht immer lange Weile. Mit Ausnahme der Roten Bullen setzen die Topklubs heute konsequent auf den rot-weiß-roten Jugendstil. Mit Erfolg. Scouts aus aller Welt sitzen Woche für Woche in den heimischen Stadien und angeln nach den besten Talenten. Noch vor einem Jahr hatten österreichische Kicker auf dem internationalen Transfermarkt als unvermittelbar gegolten. Allerdings: Bei aller Euphorie zwischen Hütteldorf und Liebenau sollten wir die Kirche trotzdem im Dorf lassen. Österreich ist erst auf dem Weg in eine bessere Fußballzukunft. Aber die Richtung stimmt. Weil alle an einem Strang ziehen.
