Liebe Leserin, Lieber Leser! Verschwörungs- gewinner und eine Justiz ohne Engagement
- Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis

HINSCHAUEN. Justiz oder KHG und Meischberger selbst:
Es wäre an der Zeit, endlich alle Konten offenzulegen.
NEWS veröffentlichte jenen Bericht, der endgültig mit allen Mystifikationen rund um Jörg Haiders Tod aufräumt (NEWS 39), und was tut die Politik? Sie sucht verzweifelt jenen Mann / jene Frau, der/die NEWS den Bericht zugespielt hat. Warum eigentlich? Was war daran falsch? Jörg Haider war der öffentlichste aller Politiker. Sein Tod ein weit über die private Tragödie hinausgehendes Ereignis. Die, die NEWS am lautesten kritisierten, hatten selbst das größte Geschäft mit dem Kärntner Landeshauptmann gemacht. Indem sie mit ihm Wahlkämpfe führten (BZÖ), indem sie Haiders Bücher neu auflegten (seine Familie), indem sie pseudowissenschaftlichen Attentats-Storys nicht widersprachen (BZÖ, Familie, Anhänger).
Trauer ist das eine. Scheinheilige Klagsdrohungen das andere. Aber am Ende zählen nur die reinen Fakten. Wie jene aus dem finalen Untersuchungsbericht, den NEWS druckte.
Genug der Vergangenheit. Oder doch nicht, denn Haiders Buberlpartie wird gerade von dieser eingeholt. Wie ein voll beladener Lkw rast sie auf KHG, Meischi und Co zu. Crash oder nicht der Fall rund um die Buwog-Provisions-Millionen wird immer mehr eine Causa, bei der vor allem unsere Justiz am Prüfstand steht. Denn eines ist klar: In jedem anderen Land der Welt (ausgenommen echte Bananenrepubliken) wären die Konten des Herrn Meischberger längst geöffnet. Würden Staatsanwälte tätig werden. Es geht dabei gar nicht dar um, KHG zu überführen. Oder Walter Meischberger. Es geht darum, zu beweisen, dass in unserem Land Privatisierungen sauber ablaufen und/oder abgelaufen sind. Die KHG-Unschuldsinterviews waren ja alle recht nett. Aber sie beweisen gar nichts. Egal, wer den Ball auf nimmt. Die Justiz, die sonst weit engagierter agiert, oder KHG und Meischi selbst. Sie sollten Fakten auf den Tisch und endlich alles offenlegen. Und dazu gehören vor allem ihre Konten. Denn es geht um nichts weniger als um Glaubwürdigkeit, Vertrauen und unser Geld.
