Absicherung geht vor Risiko: Österreicher gehen bei Pensionen auf Nummer sicher
- Versicherungen mit staatlicher Prämie boomen
- Klarer Trend zu sicheren und einfachen Sparformen
Die Österreicher sind bei der Pensionsvorsorge schon immer gerne auf Nummer sicher gegangen. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat sich dieser Trend noch verstärkt. "Absicherung geht vor Risiko", geht aus der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK zur Altersvorsorge der Österreicher hervor. Durch die Wirtschaftskrise hat das Thema Pensionsvorsorge aber relativ an Bedeutung verloren. Die Sicherheit der staatlichen Pension wird zunehmend bezweifelt.
Wie die aktuelle Umfrage bei 2.000 Personen zeigt, hält auch heuer der Trend zu sicheren Sparformen wie einer Lebensversicherung oder einer Pensionsvorsorge mit staatlicher Prämie an. Vorsorge in Form von Sparbüchern und Bausparverträgen stehen bei den Österreichern ebenfalls weiter hoch im Kurs. "Der staatliche Prämiengedanke wird bei den Österreichern sehr positiv aufgenommen", erläuterte dazu GfK-Finanzmarktforscherin Gudrun Redl.
Wenngleich bereits fast 4 Millionen Österreicher eines oder mehrere Produkte zur Eigenvorsorge abgeschlossen haben, so sagen 28 Prozent der Befragten, sie wollen noch Maßnahmen zur Altersvorsorge setzen. Dabei hat das Sparbuch - 2008 noch auf Platz 3 - heuer die Zusatzpension an der Spitze abgelöst. Dahinter folgen die Pensionsvorsorge mit staatlicher Prämie, der Bausparer und gleichauf Lebensversicherungen und Zusatzpension. Auch Wertpapiere verlieren laut GfK an Attraktivität. "Trotz des aktuell bescheidenen Zinsniveaus werden einfache Sparformen bevorzugt", sagte dazu Alexander Zeh, Studienautor und Leiter Client Services bei GfK.
Rechtzeitig drauf schauen...
"Je früher, umso besser" heißt die Devise beim optimalen Einstiegsalter für die private Pensionsvorsorge. "Knapp drei Viertel der befragten Personen sind mittlerweile der Meinung, dass das ideale Alter bei maximal 30 Jahren liegt", erklärte Redl. Das durchschnittlich genannte Alter liegt bei 27 Jahren. Vor allem jüngere Bevölkerungsschichten sprechen sich altersmäßig für einen immer früheren Start in der Eigenvorsorge aus.
Dass insgesamt die Bedeutung von Altersvorsorge sinkt und gleichzeitig der Anteil derjenigen, die für die Pension vorsorgen, ansteigt, erklärt sich laut Zeh durch die Krise. Vorsorge werde in einer umfassenderen Bedeutung für die individuelle finanzielle Situation gesehen: Das zeige sich darin, dass für ein Viertel der Bevölkerung die Altersvorsorge derzeit von geringerer Bedeutung ist, da man lieber spart, um später entscheiden zu können, wofür man das Geld verwendet.
(apa/red)
