Dank Überstunden früher in die Pension?
Spindelegger will "Zeitwertkonto" einführen
- Auch längere Babypause oder Urlaube sind denkbar
- Arbeitnehmer sollen über Zeit selber entscheiden

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Überstunden schieben, um sich Freizeit zu schaffen? Geht es nach ÖAAB-Obmann Michael Spindelegger, wird das in Zukunft möglich sein. Ein sogenanntes "Zeitwertkonto" soll das Sammeln und Eintauschen von Überstunden auch über eine längere Zeitspanne hinweg gewährleisten. Auf diese Weise kann der Arbeitnehmer künftig selbst über die Nutzung geleisteter Überstunden entscheiden und Babypause, Urlaube oder das individuelle Pensionsantrittsalter flexibel gestalten.
Der Unterschied zu Zeitausgleichmodellen ist ein einfacher: Während geleistete Überstunden ihren Wert bisher nur innerhalb gewisser Fristen behalten, soll der Arbeitnehmer dank dem Zeitwertkonto Überstunden künftig über eine lange Frist ansparen und umtauschen können.
Konkret werden die arbeitsrechtlichen Ansprüche, die aus geleisteten Überstunden erwachsen, auf Mitarbeiterkassen eingezahlt, wie ÖAAB-Generalsekretärin Beatrix Karl gegenüber NEWS.at erläutert. Dort liegen sie verzinst und bewahren ihren Wert, bis der Arbeitnehmer beschließt, sie zu konsumieren. Auf diese Weise kann der Arbeitnehmer selbst entscheiden, wann und wie er darauf zurückgreift. So wäre in Form einer per Überstunden erarbeiteter Babypause beispielsweise auch mehr Flexibilität bei der Kindererziehung zu erzielen. Je nach Wunsch der Arbeitnehmer könnte das Zeitwertkonto sogar für längere Urlaube herangezogen werden, wie ÖAAB-Obmann Spindelegger im Ö1-Morgenjournal erläutert.
BZÖ ortet "Doppelgleisigkeit"
Dass dieser Vorschlag allerdings noch nicht ganz ausgereift ist, argwöhnt das BZÖ. Per Aussendung ortet Abgeordneter Dolinschek "Doppelgleisigkeiten" mit der Arbeitslosenversicherung. Ein Einwand, denn man beim ÖAAB nicht gelten lässt. Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, ließ man NEWS.at wissen.
Denn ganz utopisch scheint diese Regelung nicht. Beim oberösterreichischen Spitalsbetreiber GESPAG wurde eine entsprechende Regelung bereits umgesetzt. Und auch der internationale Top-Konzern Volkswagen setzt längst auf ein "Zeitwertkonto": In Wolfsburg schwört man bereits auf dieses Zeitmodell.
(Stefan Meisterle)
