UniCredit nimmt keine Staatshilfe: Dafür Kapitalerhöhung in Höhe von 4 Milliarden
- Keine Staatshilfe von Italien und Österreich
- 1,5 bis 2 Mrd. sollen für Bank Austria fließen

Die italienische Großbank UniCredit, Mutter der Bank Austria, verzichtet nun offiziell auf Staatshilfe von Italien und Österreich und will stattdessen in den nächsten Monaten Milliarden von Altaktionären und Börse einsammeln. Zur Stärkung des Eigenkapitals soll eine Kapitalerhöhung von bis zu 4 Mrd. Euro dienen, davon sollten bis zu 2 Mrd. an die Bank Austria mit ihren Osteuropa-Aktivitäten gehen. Die Transaktion solle bis zum Ende des ersten Quartals 2010 abgeschlossen werden.
Die Verhandlungen mit dem italienischen und dem österreichischen Finanzministerium über Kapitalmaßnahmen würden nicht fortgeführt, so die UniCredit. Der Aufsichtsrat dankte zugleich der italienischen und österreichischen Regierung für ihre Aktionen zur Stabilisierung des Finanzsystems. "Sie haben die notwendigen Bedingungen zur Besorgung neuer Mittel auf den Kapitalmärkten geschaffen", hieß es in der Aussendung. UniCredit bestätigte ihren Willen, die Wirtschaft der Länder zu unterstützen, in denen die Bank aktiv ist. "Die Bank will weiterhin eine Kreditpolitik entwickeln, die den Bedürfnissen der Klein- und Mittelunternehmen sowie der Privatkunden immer näher ist".
Sonder-Hauptversammlung
Nachdem der UniCredit-Aufsichtsrat die Kapitalaufstockung genehmigt hat, soll Mitte November eine Sonder-Hauptversammlung einberufen werden. Diese wird den Aufsichtsrat beauftragen, die Modalitäten der Kapitalaufstockung, den Beginn der Operation, die Zahl der zu emittierenden Aktien und deren Preis zu bestimmen. Bank of America, Merrill Lynch und UniCredit Corporate & Investment Banking werden als Joint Global Coordinator und Joint Bookrunners eingesetzt werden. Credit Suisse, Goldman Sachs International, Mediobanca und UBS Investment Bank werden als Joint Bookrunners handeln.
Die Kapitalerhöhung lasse bei der UniCredit eine Anhebung der Tier 1 Ratio, der strengsten Eigenkapitalquote (ohne Hybridkapital) von zuletzt 6,85 Prozent im Juni 2009 auf 7,65 Prozent erwarten. Bei der Bank Austria würde die Kapitalspritze der Mutter die Eigenkapitalquote von 7,2 Prozent im Juni 2009 auf rund 8,8 Prozent verbessern. Für die Bank Austria sollen im Zuge der UniCredit-Kapitalerhöhung rund 1,5 bis 2 Mrd. Euro fließen, hieß es heute in Wien in Bank-Kreisen. In der Aussendung der italienischen Großbank ist von "bis zu 2 Mrd. Euro" die Rede, die angesichts der strategischen Bedeutung der Aktivitäten der Gruppe in Österreich und CEE die Kapitaldecke der Bank Austria stärken sollen.
In Wien betonte Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny, wie wichtig es war, dass andere Großbanken im Land in den vergangenen Monaten die staatlichen Eigenkapitalspritzen in Anspruch genommen haben. "Es war sicher kein Fehler", dass die anderen Großbanken - vor allem auch jene in österreichischem Eigentum - das staatliche österreichische Bankenpaket nutzten, so Nowotny vor Journalisten in der OeNB. Es sei in einer kritischen und sensiblen Situation darum gegangen, das Vertrauen in die Banken zu stärken, betonte Nowotny. Zwar sei das staatliche Bankenpaket jetzt nur zum Teil genutzt worden. Er wertet es als "Sicherheitselement, das uns sehr geholfen hat, diese Krise zu überwinden."
(apa/red)
