Import-Milch-Bubis beim Heer? Soldaten
werden auch mit deutscher Milch versorgt
- Finanzministerium für die Lieferungen verantwortlich
- Bauernbund wirf Verteidigungsminister Ignoranz vor

·Europas Milchbauern auf den Barrikaden
Millionen Liter Milch aus Protest verschüttet!
·Milchbauern fanden bei Faymann Gehör
Kanzler sagte Landwirten seine Unterstützung zu
·In Europa fließt
die Milch in Strömen
BILDER: 'Schlaraffenland'
bei Protesten der Bauern
Beim einen Ohr rein, beim anderen raus: Die Appelle der heimischen Milchbauern sind beim Finanzministerium offenbar nicht zur Gänze angekommen. Denn wie neue Berichte bestätigen, deckt sich das Bundesheer zum Teil mit ausländischen Milchprodukten ein. Konkret wurden Oberösterreich und Salzburg mit Importware beliefert. EinVerantwortung dafür trage das Heer aber nicht, denn der Ankauf werde von der Bundesbeschaffungsgesellschaft - die dem Finanzministerium untersteht - organisiert.
Außerdem verbiete das Bundesvergabegesetz jede gebietsmäßige Beschränkung bei den Zulieferern. Ungeachtet dessen seien fast alle Milchlieferanten des heimischen Heeres österreichische Firmen.
Auch in Salzburg und Oberösterreich, wo beim Bundesheer Milchprodukte aus Deutschland konsumiert werden, stammt der Großteil der Milch aus Österreich. In Oberösterreich, wo die Deutsche Molkerei Innstolz als Heereslieferant ausgewählt wurde, kommen nach Erhebungen der Bundesbeschaffungsgesellschaft über 80 Prozent der Milch von österreichischen Bauern. In Salzburg sind es 85 Prozent. In allen anderen Bundesländern stammt die Milch zur Gänze aus Österreich.
Zahlen, die den Bauernbund erzürnen: "Bundesminister Norbert Darabos soll auf heimische Produkte setzen und sich nicht an der Bundesbeschaffungsagentur abputzen", schoss sich Präsident Fritz Grillitsch per Aussendung auf den SP-Politiker ein. Der Kauf deutscher Produkte zeige "die Ignoranz gegenüber den heimischen Bauern und deren schwieriger Situation", so Grillitsch.
Aufregung in der Politik
Auch in der Politik sorgt die Belieferung des Bundesheeres mit Milchprodukten aus Deutschland für Aufregung. Der oberösterreichischen ÖVP-Agrar-Landesrat Josef Stockinger forderte etwa Verteidigungsminister Darabos auf, mit einer Weisung dafür zu sorgen, dass nur die heimisch angebotenen Milchprodukte gekauft werden.
Auch BZÖ-Landesverteidigungssprecher Kurt List und Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch stoßen ins gleiche Horn. FPÖ-Landwirtschaftssprecher Harald Jannach wiederum empfindet es als "Verhöhnung" dass die BBG die heimische Milchwirtschaft zu den größten Gewinnern des freien Marktes zählt.
(apa/red)

