Montag, 5. Oktober 2009

Machtwechsel in heimischen Chefetagen:
Neue Konzernlenker bei Post & Bank Austria

  • Georg Pölzl löst Post-Interimschef Rudolf Jettmar ab
  • Willibald Cernko übernimmt Ruder bei Bank Austria

Alles neu macht der Oktober: In den Führungsetagen zweier Top-Unternehmen des Landes wird jetzt kräftig umgerührt. Sowohl die Post als auch die Bank Austria horchen ab sofort auf das Kommando eines neuen Konzernlenkers. Bei der Post übernimmt Deutschland-Heimkehrer Georg Pölzl das Ruder, bei der Bank Austria folgt Willibald Cernko auf Erich Hampel. Über einen Mangel an Herausforderungen werden sich die beiden nicht beklagen können.

Gerade im Hause Post stehen schwer wiegende Umstrukturierungen an.
Die alles überschattende Liberalisierung des Postmarktes in der EU Anfang 2011 hängt wie ein Damoklesschwert über der weiteren Ausrichtung des Unternehmens. Die teilstaatliche Post muss sich auf ihre Rolle in einem freien Markt noch einstellen. Eine Aufgabe, der sich der bis März 2009 amtierende Post-General Anton Wais aus gesundheitlichen Gründen nicht stellen wollte.

Als Nachfolger einigten sich Post und Regierung nun auf Georg Pölzl. Der frühere Boss von T-Mobile Österreich arbeitete sich beim deutschen Konzern hoch und schaffte es bis zum Leiter des Deutschland-Geschäfts. Als Sanierer, der "gut mit Politikern kann" beschrieb ein Mitarbeiter den neuen Post-Chef gegenüber FORMAT. Das gute Einvernehmen mit der Politik wird Pölzl jedenfalls benötigen. Denn Postmarktgesetz und Liberalisierung erfordern vor allem eines: Beste Zusammenarbeit mit der Regierung.

Krisenzeit für Cernko
Weniger von einer allzu engen Zusammenarbeit mit dem Staat hält offenbar die Bank Austria-Mutter UniCredit. Der Mailänder Eigentümer der heimischen Bank brach zuletzt die Verhandlungen über staatliche Kapitalhilfen ab.

Trotzdem betont der neue Chef Willibald Cernko, der auf Erich Hampel folgt, gegenüber trend: "Die Krise ist noch nicht vorbei“. Nachsatz: „Wir müssen aus dem, was geschehen ist, nicht nur Schlüsse ziehen, sondern auch wirklich etwas lernen."

Das zu können, meint der 52-Jährige zu können: „Ich bin keiner, der mit dem Kopf durch die Wand geht, aber ich bin immer wieder überrascht, wie viel Erfolg man damit haben kann, dass man einfach nicht schon beim ersten Fehlversuch aufgibt", verriet der Bankchef trend. Im Chefsessel der Bank Austria hat Cernko nun die Gelegenheit, seine Philosophie trotz oder gerade dank der massiven Erschütterungen in der Branche zu testen.
(red)

5.10.2009 15:24