Freitag, 2. Oktober 2009

Europacup-Quartett zurück im Liga-Alltag:
Auf Rapid wartet die schwerste Aufgabe

  • Rekordmeister muss zu Aufsteiger Wr. Neustadt
  • Salzburg, Austria und Sturm daheim in Favoritenrolle

Am Sonntag geht für die vier Europacup-Starter der kraftraubende Herbst mit der 10. Bundesliga-Runde weiter. Meister Salzburg, Tabellenführer in Liga und Europa League, empfängt Schlusslicht Austria Kärnten, der Tabellen-Zweite Austria steckt daheim gegen Mattersburg fast ebenso klar in der Favoritenrolle, Rekordmeister Rapid muss zu Aufsteiger Wr. Neustadt und Sturm Graz hat im steirischen Derby gegen Kapfenberg Heimvorteil.

Die Austria hat nach dem 1:1 gegen Nacional Funchal Mattersburg zu Gast. Drei Punkte sind bei den Violetten zwar eingeplant, die Wiener stellen sich jedoch auf harte Arbeit ein. "Wir wollen den Anschluss an die Tabellenspitze wahren, Mattersburg hat aber nichts zu verlieren", meinte Austria-Coach Karl Daxbacher, dessen Team aktuell drei Punkte hinter Salzburg Rang zwei belegt. "Das wird eine gefährliche Partie, denn alle erwarten einen Sieg von uns", wusste auch Flügelflitzer Florian Klein über die unangenehme Ausgangslage bescheid.

Mattersburgs Cheftrainer Franz Lederer forderte von seinen Schützlingen nach zwei Niederlagen en suite die Rückkehr zu alten Tugenden. "Wir haben in den jüngsten Spielen leider auf unsere Hauptaufgaben vergessen, nämlich auf Kompaktheit und mannschaftliche Geschlossenheit. Wir müssen uns wieder darauf besinnen, dass wir in jedes Spiel als Außenseiter gehen. Und das werden wir am Sonntag auch machen", war sich Lederer sicher.

Wr. Neustadt wittert Chance
Aufsteiger Wr. Neustadt wittert daheim gegen Rapids Europacup-Kämpfer die Chance auf eine Überraschung. "Wir haben den Vorteil, dass es für uns ein absolutes Top-Spiel, aber für Rapid nur eine Runde wie jede andere ist", erklärte Neustadt-Coach Helmut Kraft, der auch mit dem Auftritt am vergangenen Samstag beim 1:3 im Hanappi-Stadion zufrieden sein durfte. Der bisher einzige Oberhaus-Sieg einer Neustädter Elf gegen Rapid ist lange her, im Herbst 1965 gab es ein 3:1, ansonsten schauten bei 16 Niederlagen zwei Remis heraus.

Rapid-Coach Peter Pacult könnte in Wr. Neustadt eine kleine Schallmauer knacken, in bisher 109 Liga-Partien sammelte der Wiener als Betreuer der Hütteldorfer 199 Punkte. Statistisch stehen die Chancen für die sieben Liga-Runden ungeschlagenen Rapidler natürlich gut. Doch das Celtic-Match wird ihnen sicher noch in den Knochen stecken. Kapitän Steffen Hofmann forderte volle Konzentration: "Für uns ist es entscheidend zu wissen, dass die Bundesliga das Wichtigste ist, denn wir wollen ja wieder in die Europa League."

Fokus auf Kärnten
Am beeindruckendsten agierte in der Europa League Salzburg, das Villarreal daheim 2:0 bezwang. Huub Stevens fordert von seinem Team höchsten Respekt vor Sonntag-Gegner Kärnten. "Das Spiel gegen Villarreal ist abgehakt und vergessen. Kärnten hat andere Qualitäten als Villarreal, daher brauchen auch wir andere Qualitäten", berichtete der Niederländer. Hinter den Einsätzen der leicht angeschlagenen Afolabi, Schwegler und Gustafsson standen am Freitag kleine Fragezeichen.

Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels bezeichnete die Salzburger Leistung beim 2:0-Sieg gegen Villarreal als "sehr gut", wirklich überrascht war er aber nicht. "Sie sind das Um und Auf in Österreich." Um auf dem Salzburger Kunstrasen zu bestehen, bedarf es laut Schinkels einer ähnlichen Leistung wie vor einer Woche beim 1:2 daheim gegen die Salzburger. "Nur so haben wir annähernd eine Chance", wusste Schinkels, dessen Team in den jüngsten 19 Liga-Partien nur einmal gewonnen und auswärts zuletzt am 6. Dezember 2008 gewonnen hat. Seitdem gab es in der Fremde ein Remis und elf Niederlagen.

Revanche im Steirer-Derby?
Auf Sturm Graz wartet nach der Türkei-Reise das Derby gegen die ausgeruhten Kapfenberger. Doch Coach Franco Foda lässt sowieso keine Ausreden gelten. "Die Umstellung auf die Liga ist nicht schwierig, Kapfenberg ist wieder ein Derby und ein nächstes Highlight für uns. Ich bin überzeugt davon, dass die Mannschaft noch einmal alle Kräfte mobilisieren wird und ein gutes Spiel abliefern wird. Ich hoffe, dass das Stadion ausverkauft", meinte der Deutsche, der punkto Aufstellung keine Experimente machen will: "Das geht meistens ins Auge." Kapitän Hölzl ist aufgrund einer Knöchelverletzung leicht fraglich, ins ÖFB-Teamcamp wird der Mittelfeldspieler aber auf jeden Fall einrücken können.

(apa/red)

2.10.2009 15:22