Sonntag, 4. Oktober 2009

Suche nach Opfern auf Sizilien geht weiter: 35 Menschen nach Schlammlawine vermisst

  • Messina: Dutzende Leichen wurden bereits geborgen
  • Berlusoni will nun doch die Krisenregion besuchen

In den von Schlammlawinen verheerten Vororten der sizilianischen Hafenstadt Messina suchen die Rettungsmannschaften nach weiteren Todesopfern. Nachdem am Samstag 21 Leichen geborgen wurden, werden noch weitere 35 Personen vermisst. 95 Personen wurden verletzt. 400 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Regierungschef Silvio Berlusconi will nun doch die von der Katastrophe betroffene Gegend besuchen.

Die 435 Sizilianer, die sich in der Gemeinde Giampilieri in eine Volksschule geflüchtet hatten, wurden inzwischen auf Hotels und Gasthöfe in Messina verteilt. Teile der Stadt Messina wurden von einer Schlammlawine überflutet. Die Regierung hat den Notstand über das Katastrophengebiet verhängt. Die Schulen blieben geschlossen.

Der Präsident der Region Sizilien, Raffaele Lombardo, kündigte eine Untersuchung zu den Ursachen des Unglücks an. Er machte mangelnde Geldmittel für den geologischen Schutz der betroffenen Gemeinden für die Katastrophe verantwortlich.

Staatspräsident Giorgio Napolitano forderte die Regierung auf, mehr in die Sicherheit des Landes als in "pharaonische Bauwerke" zu investieren. Ministerpräsident Silvio Berlusconi plant den Bau einer riesigen Hängebrücke über die Meerenge von Messina, um Sizilien mit dem Festland zu verbinden. Sie soll über drei Milliarden Euro kosten. Die Naturschutzorganisation WWF rief den Regierungschef bereits dazu auf, das umstrittene Brückenprojekt fallen zu lassen.

(apa/red)

4.10.2009 09:57