Dienstag, 29. September 2009

Unmut über die Provokationen des Iran:
Internationale Kritik an den Raketentests

  • Iran soll "ein sinnvolles Verhältnis zur Welt" aufbauen
  • Russland ruft Iran zu "maximaler Zurückhaltung" auf

Die jüngsten Raketentests des Irans haben international Besorgnis und Verärgerung ausgelöst. Dies passe zu den Provokationen, die Teheran seit Jahren an den Tag lege, meinte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. Russlands Außenminister Lawrow teilte seinem iranischen Amtskollegen Mottaki die tiefe Besorgnis Moskaus mit. Auch EU- Außenbeauftragter Solana zeigte sich beunruhigt.

Der Iran war im Streit mit der internationalen Gemeinschaft um sein Atomprogramm weiter auf Konfrontationskurs gegangen und hatte Israel im Falle eines Angriffs auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht. Teheran müsse sofortigen und ungehinderten Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren, sagte der Sprecher der US-Regierung. Mit Blick auf ein Treffen von Vertretern des Weltsicherheitsrates und Deutschlands mit dem Iran am 1. Oktober meinte Gibbs: "Dies ist ein wichtiger Tag und eine wichtige Woche für die Iraner. Sie haben eine Entscheidung zu treffen." Teheran könne entweder weitermachen wie bisher oder "ein sinnvolles Verhältnis zur Welt" aufbauen. Dies gehe aber nicht mit Atomwaffen.

Der russische Außenminister Lawrow forderte den Iran "zur größtmöglichen Zusammenarbeit" mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) auf. Obwohl Raketentests nicht verboten seien, rufe man den Iran "zur maximalen Zurückhaltung" auf, sagte er. Dass die Tests vor dem Hintergrund des ungelösten Konflikts um das Atomprogramm stattfinden würden, errege "natürlich Besorgnis".

"Alles, was in diesem Zusammenhang passiert, besorgt uns", sagte Solana am Rande eines Treffens der europäischen Verteidigungsminister.
(apa/red)

29.9.2009 07:25