Freitag, 2. Oktober 2009

Trotz neuer Fortschritte im Atomstreit:
Obama schickt Warnung Richtung Teheran

  • US-Präsident: "Unsere Geduld ist nicht unbegrenzt"
  • Irans Vertreter besteht auf Recht zur Atomforschung

Die Atomgespräche zwischen dem Iran, den fünf UNO-Vetomächten und Deutschland haben nach Ansicht der USA die Chancen auf bessere Beziehungen verbessert. Die Islamische Republik müsse allerdings konkrete Beweise vorlegen, dass sie nicht den Bau von Nuklearwaffen anstrebe, sagte US-Präsident Obama.

"Wir haben deutlich gemacht, dass wir unseren Teil dazu beitragen wollen, Beziehungen auf der Basis gegenseitigen Respekts und gegenseitiger Interessen aufzubauen, aber unsere Geduld ist nicht unbegrenzt", mahnte Obama. Er gab dem Iran zwei Wochen Zeit, internationalen Inspektoren ungehinderten Zutritt in eine zweite erst jetzt bekanntgewordene Atomanlage zu gewähren.

"Worte kein Ersatz für Taten"
Der US-Präsident betonte das Recht des Iran auf die friedliche Nutzung der Atomenergie. Dieses Recht sei aber auch mit Verantwortung verbunden. So müsse der Iran binnen zwei Wochen den Beobachtern der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) uneingeschränkten Zugang zu seiner im Bau befindlichen Urananreicherungsanlage in der Nähe der Stadt Ghom gewähren, sagte er in Washington. "Worte sind kein Ersatz für Taten."

Sowohl die USA als auch der Iran nannten die Gespräche zwischen der Teheraner Regierung und der Sechsergruppe in Genf produktiv und vereinbarten eine Fortführung der Treffen bis Ende Oktober. Die Vertreter des Iran sowie der USA, Russlands, Chinas, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands hatten sich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr getroffen.

Recht zur Atomforschung
Der iranische Unterhändler Said Jalili betonte, der Iran werde zwar seinen Verpflichtungen gemäß des Atomwaffensperrvertrags nachkommen, zugleich aber auch auf seinem Recht zur Atomforschung bestehen. Am 18. Oktober stehen Gespräche zu dem Thema bei der IAEO in Wien an. Die Regierung um Irans Präsidenten Ahmadinejad hatte zuvor mehrfach erklärt, über das Atomprogramm nur mehr mit der UNO-Atombehörde sprechen zu wollen. Der Westen verdächtigt den Iran, nach Kernwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

(apa/red)

2.10.2009 08:05