Donnerstag, 1. Oktober 2009

Erste Rücktrittsaufforderung an Faymann:
"Ihm gehört der Führerschein entzogen"

  • Landtagspräsident: Fährt "Kahn gegen den Felsen"
  • Kräuter schießt zurück: "Unakzeptable Wortwahl"
    IHRE MEINUNG: Ist der SP-Parteichef rücktrittsreif?

Nach den Serien-Wahlniederlagen ist SPÖ-Chef Kanzler Werner Faymann erstmals mit einer Rücktrittsaufforderung konfrontiert. Wenn man "die Wand nicht sieht, gehört der Führerschein entzogen", sagte der steirische Landtagspräsident Kurt Flecker. Flecker verschärfte damit seine bereits am Montag getätigte Kritik, wonach Faymann den "Kahn gegen den Felsen" fahre, wenn er das Ruder nicht herumreiße. Er bezog sich damit auf Faymanns Aussagen, wonach nichts geändert werde und ein Kapitän nicht am Steuer herumreißen dürfe.

Nun wurde Flecker in der ORF-Radio-Diskussion "Im Klartext" noch deutlicher. Er habe den Kanzler nicht zum Rücktritt aufgefordert, aber gehofft, dass er das selbst erkenne. Er habe aber nicht das Gefühl, das das der Fall sei, meinte Flecker. Auf die Frage, ob andere das Ruder übernehmen sollten meinte er, das müsse nicht gleich passieren, aber "sich beim Begräbnis durch die Gegend lächeln, kommt nicht gut an". Da sollte man nachdenken. Und wenn man "die Wand nicht sieht, gehört der Führerschein entzogen", so der Steirer.

Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, selbst ein Steirer, sprach in einer Aussendung von "unakzeptabler Wortwahl und verantwortungslosen Anwürfen". Mit seinen Aussagen disqualifiziere sich Flecker "endgültig als ernst zu nehmender politischer Akteur".

"Das Anschütten des eigenen Parteivorsitzenden wird von niemandem in der SPÖ akzeptiert und ist verantwortungslos. Flecker schadet damit sich selbst, seiner Partei und dem Ansehen der Politik insgesamt", so Kräuter. Der Unmut unter steirischen Abgeordneten gegen Flecker sei bereits sehr groß, auch in den steirischen Bezirken werde im Vorfeld der Gemeinderatswahlen Fleckers Verhalten massiv kritisiert, sagte der Bundesgeschäftsführer.


(apa/red)

1.10.2009 08:05
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