Freitag, 2. Oktober 2009

Erstaunen im U-Ausschuss: Staatsanwalt übersah eine Anzeige gegen Ernst Strasser!

  • Amtsmissbrauchs-Verdacht dadurch jetzt verjährt
  • FPÖ liefert sich SPÖ & ÖVP einen Schlagabtausch

Einen Schlagabtausch sowie erstaunliche Details hat am Donnerstag der Untersuchungsausschuss gebracht. Die FPÖ warf dem ÖVP-Abgeordneten Bartenstein "tendenziöse Vorsitzführung" im Ausschuss vor und verdächtigte ÖVP und SPÖ, die Untersuchungen "abdrehen" zu wollen. Diese wiesen das zurück. Zudem wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft eine Missbrauchsanzeige gegen Ernst Strasser übersehen hat.

Der FPÖ-Abgeordnete Graf warf Bartenstein und Nationalratspräsidentin Prammer (SPÖ), die zuvor eine Verschärfung der Geheimhaltungsbestimmungen verfügt hatte, vor, den Ausschuss "abdrehen" zu wollen. BZÖ-Mann Westenthaler schloss sich dem an: "Ich habe den Eindruck, Rot und Schwarz wären froh, wenn der Untersuchungausschuss zu Ende wäre."

Erstaunliche Details über den Umgang der Staatsanwaltschaft mit den 2008 veröffentlichten "Strasser-Mails" wurden ebenfalls zutage gefördert. Die Emails zeigen, wie Personalentscheidungen im Kabinett Strassers in den Jahren 2001 und 2002 diskutiert wurden. So warnte Personalchef Ernst Kloibmüller den Minister vor einem Polizisten, für den zwar ÖVP-Landeshauptmann Pröll interveniert hatte, der aber der SPÖ zugerechnet wurde: "der von pröll angesprochene kandidat ist nicht unsererer!!!! (...) man sollte lh von weiterem engagement abraten." Selbst bei der Errichtung von Polizeidienststellen zählten demnach parteipolitische Kriterien.

Der Grüne Sicherheitssprecher Pilz, der die Emails damals veröffentlicht hatte, kritisierte im Ausschuss nun den Umgang der Staatsanwaltschaft mit dem Thema. Bei ihr gingen nämlich 2008 zwei Anzeigen ein: Eine gegen das Ministerbüro des damaligen Innenministers Ernst Strasser wegen Amtsmissbrauchs sowie eine Anzeige Strassers, der von "gestohlenen Emails" sprach und den Daten-Diebstahl geklärt wissen wollte. Pilz warf dem Staatsanwalt vor, keine Ermittlungsschritte gesetzt zu haben, obwohl der Amtsmissbrauchs-Verdacht bereits "akut von Verjährung bedroht war". Der Staatsanwalt gab an, die entsprechende Anzeige in seinem Akt "übersehen" zu haben.

(apa/red)

2.10.2009 12:26
wiener123, 09. 10. '09 19:36
rosen für den staatsanwalt
wenn man einer gerichtverhandlung beiwohnt und auf der einen seite steht der hendldieb und auf der anderen seite der staatsanwalt muss man sich bald fragen wer das gesindel ist. denn die staatsanwälte allgemein (die ja alle ach so korrekt arbeiten) haben sich von diesem einem vorfall noch nicht disdanziert.
waldgaenger, 03. 10. '09 23:07
Amtsmissbrauch durch Untätigkeit
Untätigbleiben begründet auch Amtsmissbrauch, der eine ist verjährt , der andere noch nicht
Arguss, 02. 10. '09 22:33
für wie
dumm wird die österreichische Bevölkerung gehalten, wenn man wirklich so eine Ausrede werde Ernst genommen und für wahr gehalten.

Frau Ministerin, entweder Sie misten den Saustall in der Justiz aus, oder treten Sie zurück!
Zorro39, 03. 10. '09 10:56
Re: für wie
Wie recht Sie haben, Bei mir wurde nix übersehen nicht 1x die Kirchensteuer da stand gleich eine Pfändung im Haus habe das Bezahlt und bin seidem weg von dem Verein, und was pasiert dem Staatsanwalt sicher nix.Akte werden Eingefährbt oder übersehen Typisch Ö.V.P.
Vasant, 02. 10. '09 17:23
Ist doch wie bei den zwei Klassen der Gesundheit!
Einerseits sagt man, dass jeder gleich "behandelt" wird und
in Wirklichkeit bekommst bessere Betreuung, wenn du zum
Privatarzt gehst und zahlst. Aber eine zwei Klassen
Gesundheit gibt es ja angeblich nicht;))

Genauso in der Politik und bei Gesetzen ... bist Politiker
hast volle Immunität und kannst dir Sachen erlauben, bei
denen ein "normaler" Bürger schon längst im Knast wäre.
Und bei Politikern werden "nur" Fragen gestellt, wo es
doch in Wahrheit eh keinen interessiert was dabei
rauskommt, weils am Abend wieder alle beim gleichen
Heurigen sitzen und aus der gleichen Flasche saufen;)
sidestep, 02. 10. '09 13:19
Alles Gesindel
Dass die ÖVP fast ohne Ausnahme aus machtbesessenen Gesindel besteht, ist ja nicht nur seit der oben angeführte "E-Mail-Affäre" bekannt. Dass aber die Staatsanwaltschaft diesem Gesindel in die Hände spielt und einen strafbaren Tatbestand, nämlich den des Verdachtes des Amtsmissbrauches "übersieht", das ist mehr als bedenklich. Aber ich verstehe den Herrn Staatsanwalt, der diesen Tatbestand "übersehen" hat. Wahrscheinlich hatte der mit den gewöhnlichen Hendeldieben soviel zu tun, dass er den Amtsmissbrauch des Herrn Minister gefließentlich übersehen hat. Die Staatsanwaltschaft ist daher ein "schlampiges Gesindel" oder?
Sensor, 02. 10. '09 09:55
Darf man so etwas übersehen? Kein Signal im Terminkalender?
Welche Konsequenzen hat das für den schlampigen Staatsanwalt?
Vasant, 02. 10. '09 11:01
Re: Darf man so etwas übersehen? Kein Signal im Terminkalender?
Da gibts keine Konsequenzen ... in der Politik ist das wie im
Lotto ... alles ist möglich;) Und wenn man so einen "Termin"
übersieht, dann kann ich mir auch nicht vorstellen, dass dies
"zufällig" passiert ist;)
ablaton, 02. 10. '09 12:07
Re: Darf man so etwas übersehen? Kein Signal im Terminkalender?
Eine super Schweinerei ist das. Und dann noch das blöde Grinsen von Strasser. Wann hört diese Verarschung endlich auf?
pusher23, 02. 10. '09 12:45
Re: Darf man so etwas übersehen? Kein Signal im Terminkalender?
Da sieht mans wieder. Bei so einem einflussreichen Deppen "übersieht" man sowas, aber beim kleinen Bürger wird wieder draufgefahren wegen den unnötigsten Dingen. Die Hoffnung bei unserer Politik habe ich schon längst aufgegeben, das beweist nur wieder einmal wie wir verarscht werden!! Und es wird immer schlimmer statt besser...
waldgaenger, 03. 10. '09 23:08
Re: Darf man so etwas übersehen? Kein Signal im Terminkalender?
Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, sind Erhebungen wegen Amtsmissbrauches an der Tagesordnung