"Aktion Hofburg" der Prölls rückt nun näher:
Kandidiert Erwin für die Präsidentschaft?
- NEWS: SPÖ-Wahldesaster verfestigt die Indizien
- Was ist die größte Hürde für Niederösterreichs LH?

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Erwin Pröll schweigt. Eisern & konsequent. Umso bemerkenswerter indes, was zwei seiner engsten politischen Prätorianer in Niederösterreich, ÖVP-Klubchef Klaus Schneeberger und VP-Geschäftsführer Gerhard Karner, zur möglichen Übersiedlung ihres Chefs in die Wiener Hofburg zu sagen haben: Als Folge der Wahlen in OÖ und des SPÖ-Desasters dort und zuvor in Vorarlberg zählen sie Fakten auf, die den Versuch Erwin Prölls, das amtierende Staatsoberhaupt Heinz Fischer im April 2010 im Amt abzulösen, jetzt als sehr ernst erscheinen lassen: SPÖ desolat & kaputt!
Solcherart bewertet Prölls Parteimanager Gerhard Karner äußerst knapp den Zustand der Faymann- Truppe. Karner: Wenn man sich das ansieht, den Westen Österreichs, Tirol, Vorarlberg, überall nur zehn Prozent, in OÖ knapp 25, in NÖ gehen sie auf nur 20 Prozent zu, in Wien unter 40, in der Steiermark schlecht die SPÖ liegt als Parteiorganisation darnieder. Das heißt für den roten Kandidaten Heinz Fischer, sie haben keine funk tionierenden Strukturen mehr, die Wahlkampf machen könnten. Ja, die Ausgangssituation heute für die Hofburg- Wahl ist eine ganz andere, als sie es noch vor zehn Tagen gewesen ist.
Was will Erwin Pröll?
Der Top-Favorit der ÖVP redet nur mit engsten Vertrauten über den allfälligen Staatsjob. Klaus Schneeberger lüftet ein wenig den Zipfel der Schweigedecke: Persönlich meine ich, dass Erwin Pröll liebend gerne zeigen würde, wie man die Funktion des Bundespräsidenten in einer ganz anderen Art und Weise als bisher gestalten kann: bürgernah, bei den Menschen sein und wenn nötig ein mahnenddurchsetzendes Wort, das in der Bundespolitik auch gehört wird. Andererseits, so Prölls Vertrauter, sei er mit dem Land emotional so stark verbunden, dass er damit sicher eine der schwersten persönlichen Entscheidungen in seinem Leben vor sich hat. Ich gehe davon aus, dass sich der Erwin in Wahrheit ganz persönlich noch nicht entschieden hat, in welche Richtung es geht.
Entscheidung im November
Parteitechnisch indes hat man in der niederösterreichischen Landeshauptstadt sehr wohl schon fixe Vorstellungen, wie das Ding allenfalls zu laufen hätte: Prölls Schweigen hat einen einzigen Grund ehe die Bundes-ÖVP seines Neffen Josef Pröll nicht klipp und klar beschlossen hat, einen bürgerlichen Kandidaten zu nominieren, sagt der Radlbrunner gar nichts. Schneeberger: Und wenn, dann ist Erwin Pröll sicherlich gefordert, sich entsprechend zu deklarieren. Schneeberger und Karner erwarten die grundsätzliche Entscheidung der Bundespartei im November, denn damit darf man nicht zu spät beginnen, abgesehen von der aktuellen politischen Lage, die einem bürgerlichen Kandidaten mehr als nur Chancen einräumt.
Prölls größte Hürde
Womit sofort auch die Nachfolgefrage im St. Pöltner Landhaus zu klären wäre. Schneeberger: Der LH hat genug profilierte Leute um sich, und den kleinen Pröll erwartet niemand im Lande. Generell die größte Hürde Erwin Prölls: Wie erklärt er seinen Landsleuten den allfälligen Abgang nach Wien? Wiewohl stolz darauf, dass einer der Unseren überhaupt für die Hofburg genannt wird, meint man zu wissen, dass die Bevölkerung Erwin Pröll nur schwer ziehen lassen will.
(Hubert Wachter)
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