Dienstag, 29. September 2009

Tödlicher Streit unter zwei Asylwerbern:
Mann erliegt Messerstichen im Krankenhaus

  • Flüchtiger Täter bereits nach zwei Stunden gefasst
  • Geistig offenbar verwirrter Armenier drehte durch

In Mittersill im Salzburger Pinzgau hat sich eine tödliche Bluttat ereignet: Beim Streit zwischen zwei Asylwerbern attackierte einer den Kontrahenten mit einem Messer und stach ihn nieder. Das Opfer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der Täter konnte zunächst flüchten, er wurde aber etwa eineinhalb Stunden nach der Tat im Raum Mittersill gefasst, schilderte Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt Salzburg der APA.

Sowohl beim Täter als auch beim Opfer handelt es sich um Armenier. Der Verdächtige ist 25 Jahre alt. Er hatte schon am Vortag den ganzen Tag über einen stark verwirrten Eindruck hinterlassen, wollte ständig das Licht einschalten, obwohl es bereits brannte, "er war komplett orientierungslos", so Voggenberger.

Die Leitung des Asylheimes verständigte deshalb am Abend die Polizei, die eine Streife vorbeischickte. Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass der Mann zwar nicht wegen Selbstgefährdung oder Gefährdung anderer zwangsweise einzuweisen war, der Armenier begab sich aber freiwillig ins Krankenhaus. Dieses hat er aber in der Früh wieder verlassen. Er kam zurück ins Quartier, wo es dann zur Auseinandersetzung kam.

31-Jähriger stirbt im Spital
Der Hergang der Bluttat ist derzeit noch vollkommen unklar, weil der mutmaßliche Täter wegen seines Zustandes noch nicht einvernommen werden konnte. Es hätten sich zwar auch die beiden Frauen der Armenier im Haus befunden, ob diese aber direkt Zeugen der Tat waren, sei noch nicht geklärt. Die Vernehmungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte der Kriminalist.

Das Opfer - der Armenier wäre im November 31 Jahre alt geworden - wies im Hals- und im Brustbereich zahlreiche Stichverletzungen auf. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er aber einige Stunden später starb. Ob es einen Streit gegeben oder ob der 25-Jährige einfach zugestochen habe, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Der mutmaßliche Täter wurde nach seiner Verhaftung in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert. Dort sei auch medizinische Betreuung möglich, sagte Voggenberger.


(apa/red)

29.9.2009 13:51