Liebe Leserin, Lieber Leser! Sittenbilder um den Tod und das Erbe Jörg Haiders
- Kommentar von Chefredakteur Atha Athanasiadis

JAHRESTAG. Sie ließen sich als klasse Burschen feiern. Dann
raste der eine volltrunken in den Tod. Und die anderen
Am 11. Oktober ist es ein Jahr her, dass Jörg Haider starb. Und der Ort des Unfalls ist noch immer Pilgerstätte. Frische Blumen. Selbst gemalte Transparente. Briefe. Kerzen brennen. Im Netz kursieren Videos, die belegen sollen, dass Haider ermordet wurde. Ein Buch, das ebendies behauptet, ist ein Bestseller. Erst jetzt ist der endgültige Unfallbericht von den Behörden an die offiziellen Stellen weitergeleitet worden. NEWS veröffentlicht den Verschlussakt. Das Fazit. Jörg Haider ist vollständig besoffen mit über 141 km/h in einer 70er-Zone in den Tod ge rast. Die Gutachter sind sogar den Bomben- und Schussgerüchten nachgegangen und haben diese widerlegt.
Peinlich ist die NEWS-Enthüllung vor allem für Stefan Petzner. Den Lebensmenschen und Gefährten. Penibel zeichnen die Behörden nach, dass Petzner der Geburtshelfer für all die kruden Verschwörungstheorien war.
Ruhe wird trotzdem nicht sein. Das rechte Erbe lebt mit Strache weiter. Und die, die Haider in seinem Sog nach oben schwimmen ließ, beschäftigen die Justiz.
Einer von ihnen ist Peter Westenthaler. Vorbestraft sitzt er noch immer im Parlament. Er, der große, selbst ernannte Moralist und ehemalige Kofferträger Haiders, denkt nicht an Rücktritt und kassiert weiterhin sein üppiges Steuergeld-Salär. In NEWS lesen Sie die Zeugenaussage eines unbescholtenen Bürgers, der dabei war, als Westenthaler einen Polizisten mit dem Auto anfuhr. Spätestens jetzt müsste Westenthaler abtreten. Wenn er Anstand hätte.
Ein anderer ist Walter Meischberger. Der Meischi, der Freund von KHG, hat sich gerade bei der Finanz selbst angezeigt. 10 Millionen waren Meischi-Infos 2004 der Immofinanz wert. Diese hatte den Zuschlag bei der Privatisierung der Bundeswohnungsgesellschaft erhalten. Den Verkaufsauftrag hatte Finanzminister Grasser gegeben. Die Meischi-Provision lief übrigens über Zypern und einen Lobbyisten. Von KHG hatte Meischi die Millionen-Info nicht, sagt er. Sagt KHG.
