Montag, 5. Oktober 2009

Wirtschaftskrise & ihre Folgen: Teuerste Einkaufsmeilen der Welt werden billiger

  • New Yorker 5th Avenue immer noch an der Spitze
  • Wiener Kärnterstraße rückt auf den 12. Platz vor

Selbst die teuersten Einkaufsmeilen der Welt haben während der Finanz- und Wirtschaftskrise an Attraktivität verloren - die Mieten für die Geschäftslokale sind dadurch im Durchschnitt um fast 23 Prozent eingebrochen. Verhältnismäßig gut gehalten haben sich die Spitzenmieten an der 5th Avenue in New York, dem seit acht Jahren kostspieligsten Einzelhandelsstandort: sie haben in den vergangenen zwölf Monaten (per Ende Juni) um nur 8,1 Prozent nachgegeben, geht aus der jüngsten Studie des Immobilienberatungshauses Cushman & Wakefield (C&W) hervor.

Mit einem Quadratmeterpreis von 1.086 Euro (brutto) pro Monat sind in der 5th Avenue aber nach wie vor die weltweit höchsten Mieten zu bezahlen - vor der Hongkonger Causeway Bay (mit 974 Euro) und der Pariser Avenue des Champs Elysees (644 Euro). Auf den Rängen dahinter folgen die Mailänder Via Montenapoleone (567 Euro), die Tokioter Ginza (496 Euro), die Londoner New Bond Street (490 Euro) und die Züricher Bahnhofstraße (437 Euro). Für den Großteil der Top-10-Einzelhandelslagen wurden sinkende oder maximal stabile Mietpreise ermittelt.

Wien auf Platz 12
Relativ wenig Federn gelassen haben auch die Spitzenmieten in der Wiener Kärntnerstraße - sie sanken lediglich von 270 auf 260 Euro je Quadratmeter und Monat. Bei dem internationalen Ranking der teuersten Shopping-Meilen ist die Bundeshauptstadt damit heuer vom 13. auf den 12. Platz aufgerückt. C&W nahm für seine Erhebung 274 Standorte in 60 Ländern unter die Lupe. In 54 Prozent der Fälle haben die erzielten Höchstmieten nachgegeben. Top-Lagen haben ihr Preisniveau eher gehalten als B-Standorte.

"Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt die schwerste Phase der Rezession hinter uns", ist die Leiterin der Research-Abteilung bei C&W Deutschland, Inga Schwarz, für die kommenden Monate zuversichtlich. Die Einzelhandelsmärkte dürften sich zunehmend beruhigen und stabilisieren. Es gebe zwar keinen Grund zur Entwarnung, doch stünden die Zeichen in zahlreichen großen Volkswirtschaften jüngst auf wirtschaftlichen Aufschwung.

Spitzenlagen bevorzugt
Einzelhändler werden dem Immobilienberatungsunternehmen zufolge auch in den kommenden Monaten sogenannte AAA-Standorte, also die Spitzenlagen, bevorzugen. Der Trend zum Ausstieg aus den weniger profitablen sogenannten B-Lagen in die Top-Standorte dürfte anhalten. Entsprechend dürften sich die Mieten entwickeln: stabile bis steigende Preise in den Spitzenlagen, Korrektur nach unten in vielen B-Lagen.

(apa/red)

5.10.2009 15:34