Kein Unbekannter für Medien und Politik:
Meischberger stand oft in der Öffentlichkeit
- Wegen Anstiftung zu Steuerhinterziehung vor Gericht
- Langjähriger FP-Funktionär war Grassers Trauzeuge
Walter Meischberger, der nun Selbstanzeige wegen Nichtversteuerung von 8 Mio. Euro Provision beim Verkauf der Bundeswohnungen an die Immofinanz gestellt hat, taucht in Österreichs Politik und Medienlandschaft immer wieder auf. Der langjährige blaue Parteifunktionär war im April 1999 aus der FPÖ ausgeschlossen worden. Zuvor hatte er mehrere hohe Funktionen in der Freiheitlichen Partei bekleidet und war u.a. Bundesgeschäftsführer, Generalsekretär, Bundesrat und Nationalratsabgeordneter.
Meischberger war wegen Anstiftung zu Steuerhinterziehung in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Fußball-Manager vor Gericht gestanden.
Zu Beginn seiner politischen Karriere 1990 hatte Meischberger, damals FPÖ-Bundesgeschäftsführer, vor einem Plakat mit dem Slogan "Die Unbestechlichen" und den Konterfeis des Trios Schmidt/Haider/Gugerbauer das Werbekonzept seiner Partei vorgestellt. Von 1989 bis 1990 war er FPÖ-Bundesgeschäftsführer, von 1990 bis 1995 Generalsekretär. Es war die Blütezeit der sogenannten "Buberl-Partie" - mit Meischberger, Mathias Reichhold und Gernot Rumpold. Nach dem Partei-Ausschluss warf er dem damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider vor, er sei "sehr egozentrisch".
Meischberger ging von der Politik in die PR-Branche. Seit 1997 ist er bei seiner "ZehnVierzig Agentur für strategische Kommunikation GmbH" tätig.
Trauzeuge bei Grassers Hochzeit
Bei der Hochzeit von Karl-Heinz Grasser und Fiona Swarovski im Oktober 2005 war Meischberger Grassers Trauzeuge.
2007 hatte Meischberger mit Grasser und PR-Berater Peter Hochegger die Kommunikationsagentur Valora Solutions gegründet, Hochegger und Grasser waren 2008 ausgestiegen, Meischberger fungiert weiter als Geschäftsführer.
Meischberger ab 1989 im Parlament
Geboren wurde Meischberger am 21. September 1959 in Innsbruck als Sohn des ÖVP-Bürgermeisters von Kematen. Er absolvierte die Höhere Technische Lehranstalt in Pinkafeld (Fachrichtung Heizung, Sanitär-und Klimatechnik). Als gelernter Heizungstechniker arbeitete er ab 1981 zunächst im elterlichen Betrieb. 1985 gründete er in Innsbruck einen eigenen Mineralölhandel. Die beiden Tankstellen hat Meischberger verkauft. 1994 stieg er auch in den Textilhandel ein. Die beiden Modenboutiquen, an denen er beteiligt war, wurden ebenfalls zugesperrt.
Als Bundesrat kam Meischberger am 4. April 1989 ins Parlament, seit 5. November 1990 gehörte er dem Nationalrat an. Als Porsche-Fahrer nahm er damals die Funktion des Autofahrersprechers der FPÖ wahr, bis zuletzt auch die Funktion des Mediensprechers.
(apa/red)

