Die Schweiz ist keine Steueroase mehr:
Eidgenossen von Grauer Liste genommen
- Amtshilfe bei einfachen Fällen von Steuervergehen
- Damit noch 30 Finanzzentren im Visier der OECD

Rechtzeitig zum G-20-Weltfinanzgipfel in Pittsburgh ist der Schweiz die Streichung von der Grauen Liste der Steueroasen gelungen. Die Schweiz unterzeichnete das zwölfte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) gemäß dem Musterabkommen der OECD mit Katar, wie das Finanzministerium mitteilte. Damit erfüllte die Schweiz die Bedingung, um nicht mehr als Steueroase zu gelten. Die neuen Abkommen legen fest, dass Schweizer Behörden nicht nur in schweren Fällen von Steuerbetrug sondern auch bei einfacher Steuerhinterziehung ausländischen Staaten Amtshilfe leisten und auf Anfrage Bankinformationen über mutmaßliche Steuersünder freigeben müssen.
Österreich ist von der OECD bereits vorher von der Grauen Liste genommen worden. Die Schweiz hatte das elfte Abkommen mit den USA unterzeichnet. Abkommen gibt es unter anderem auch mit Österreich, Luxemburg, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, Finnland und den Faröer-Inseln. Mit Deutschland sollen die Gespräche nach einer ersten Runde im November oder Dezember in Berlin fortgesetzt werden, es besteht aber bereits eine Vereinbarung zum Informationsaustausch. Als Gegenleistung für die Amtshilfe fordert die Schweiz für ihre Banken einen leichteren Zugang zum deutschen Markt.
Auf der Grauen Liste, welche die OECD auf ihrer Internetseite veröffentlicht, befinden sich damit noch 30 Finanzzentren, darunter auch Liechtenstein. Die OECD hatte die Liste im April auf Geheiß der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) zusammen gestellt. Bereits gestrichen sind neben Österreich und der Schweiz unter anderem Belgien, Bermuda, British Virgin Islands, Bahrain, Cayman Islands, Luxemburg, Monaco, die Niederländischen Antillen und San Marino gestrichen. Insgesamt 150 Abkommen sind laut OECD seit April dieses Jahres revidiert worden.
(apa/red)

