Rapid spielt gegen Celtic nicht in Rot:
"Situation vielleicht bisschen unterschätzt"
- EL: Helle Aufregung um Wahl der Rapid-Trikots
- "Zündler" Frank McGarvey soll gezügelt werden
·Rapid will für Celtic zu rotem Tuch werden
Erinnerungen an 1984: Hütteldorfer ganz in Rot

Rapid wird in der Europa League gegen Celtic Glasgow doch nicht wie angekündigt ganz in Rot antreten. Die Hütteldorfer entschieden sich dafür, im Celtic-Park in roten Leibchen, blauen Hosen und blauen Stutzen einzulaufen, nachdem zuletzt in Schottland wegen der ursprünglichen Dressen-Wahl Aufregung geherrscht hatte.
Rapids Clubserviceleiter Andi Marek informierte die Celtic-Clubführung von dem Farbenwechsel. "Von den Verantwortlichen ist das sehr begrüßt worden", betonte der Niederösterreicher, der von äußerst positiven Gesprächen berichtete und versichert bekam, dass Celtic alles unternehmen werde, damit sich die Emotionen rund um diese Partie wieder legen. Dazu sollen auch öffentliche Äußerungen eines "Fan-Häuptlings" beitragen, der demnächst darauf hinweisen wird, dass der Stein bzw. das Wurfgeschoß des Anstoßes bereits 25 Jahre zurückliegt.
Laut Marek war der ursprüngliche rot-blaue Auswärtsdress zwar eingereicht, von der UEFA aber wegen der Streifen am Ärmel nicht genehmigt worden, weil dadurch angeblich gewisse Logos nicht hätten angebracht werden können. In der Folge war die Wahl zunächst auf Rot-Blau-Blau, dann aber in Erinnerung an den Aufstieg vor 25 Jahren auf ausschließlich Rot gefallen. "Im Nachhinein kann man sagen, dass wir die Situation vielleicht ein bisschen unterschätzt haben", gab Marek zu.
Skandalspiel von 1984
Ganz in Rot hatte der Rekordmeister im Dezember 1984 im Old-Trafford-Stadion von Manchester gegen Celtic 1:0 gewonnen und war dadurch ins Viertelfinale des Cupsieger-Bewerbes aufgestiegen. Zu diesem Wiederholungsspiel war es auf UEFA-Anweisung gekommen, weil Rudi Weinhofer beim 0:3 im eigentlichen Rückspiel in Glasgow scheinbar von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden war und eine Platzwunde erlitten hatte - nach der Meinung vieler Celtic-Anhänger sei dieser Vorfall aber von Rapid inszeniert worden.
Diese Ansicht vertrat auch Ex-Celtic-Spieler Frank McGarvey, der damals im Einsatz war. Der ehemalige Stürmer hatte schon unmittelbar nach der Europa-League-Gruppenauslosung in seiner Kolumne in der Boulevard-Zeitung "Daily Record" gemeint, er hasse Rapid mit Abstand mehr als jede andere Mannschaft auf der Welt. Nach der Bekanntgabe von Rapid, in Rot anzutreten, legte er nach, sprach von einem "Hornissennest", in das Rapid gestochen hätte und von einem "Sicherheitsproblem" für Mannschaft und Fans der Wiener rund um die Partie im Celtic-Park.
Am Freitag folgten schon die nächsten McGarvey-Absonderungen in der auflagenstärksten schottischen Zeitung. "Ich würde Trainer Peter Pacult gern bei seiner Ankunft in Glasgow in die Augen blicken und ihn auffordern, die Wahrheit über diese Nacht zu sagen. Aber ich weiß, dass er es nicht machen wird, denn das wäre ein Schuldeingeständnis, und dafür sind die Österreicher zu arrogant."
(apa/red)
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