Mittwoch, 7. Oktober 2009

Land der Berge, Land der Klimasünder: "Sehr schlechtes" Umwelt-Zeugnis für Österreich

  • Klimaschutz-Index: Österreich nur auf dem 50. Platz!
  • 57 Länder verursachen satte 90% des CO2-Ausstoßes

Österreich hat in Sachen Klimaschutz ein ganz schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommen. Nur 57 Staaten verursachen mehr als 90 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes. Österreich landet im Klimaschutz-Index (KSI) der Umweltschutzorganisationen "CAN Europe" und "Germanwatch" auf dem 50. Platz - nur wenige Staaten verpesten die Umwelt noch mehr als wir. Beim KSI werden nicht nur der tatsächliche Treibhausgas-Ausstoß bewertet, sondern auch die Größe eines Landes und seine Maßnahmen zum Klimaschutz in Rechnung gestellt.

Die ersten drei Plätze ließen die Umweltschützer allerdings frei. Die Begründung: Kein Land sei im Vergleich zum Jahr 1990 bisher auf dem Weg, der notwendig wäre, um das Zwei-Grad-Limit einzuhalten. Dieses Limit betrifft die globale Temperaturerhöhung: Bleibt sie unter zwei Grad, wäre das Risiko für das Überschreiten der jeweiligen Schwelle für klimabedingte Großkatastrophen großteils relativ gering. "Mit dem mangelnden Willen, sich stärker für das Zwei-Grad-Limit einzusetzen, konnten somit keine Länder auf den Plätzen eins bis drei landen", schreibt dazu "Germanwatch" auf seiner Homepage.

Spitzenreiter Schweden
Auf den Plätzen vier bis zehn landeten daher in dieser Reihenfolge: Schweden, Deutschland, Frankreich, als bestes Schwellenland Indien, Brasilien trotz mäßigen Abschneidens im Bereich Politik, Großbritannien und Dänemark. Großemissäre wie China inklusive Taiwan und die USA landeten auf den Plätzen 32 bzw. 58. Hinter den USA fanden sich lediglich Kanada - wie die Vereinigten Staaten mit einem sehr schwachen Niveau an politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel - und Saudi-Arabien. Russland, ebenfalls einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen, kam auf Platz 54.

"Sehr schlechtes" Ergebnis
Vor Österreich landeten unter anderem Mexiko (Platz 14), Argentinien (17), Marokko (20), Algerien (26), Indonesien (27), Südafrika (34) oder Weißrussland (37) und der Iran (38). Von den EU-Staaten waren nur Griechenland (51), Zypern (53) und Luxemburg (57) hinter uns. Insgesamt wurde das heimische Ergebnis von 45 Punkten bei einer zu erreichenden Maximal-Punktezahl von 100 als "sehr schlecht" beurteilt. Zum Vergleich: Die bestgereihten Schweden erreichten 66,7 Punkte.

Der Klimaschutz-Index
Die Methode: Der Klimaschutz-Index wird anhand von mehreren Indikatoren aus den drei Bereichen Emissionstrend, Emissionsniveau und Klimapolitik berechnet. 50 Prozent des KSI werden aus den Emissionstrends berechnet, die sich aus sechs Indikatoren nach Sparten zusammensetzen. Das Energieniveau macht 30 Prozent des KSI aus, während die Klimapolitik für die restlichen 20 Prozent verantwortlich ist. Allerdings bewerte der KSI nur die energiebedingten Emissionen eines Staates. Nicht energiebedingte Emissionen wie zum Beispiel die Entwaldung oder die Viehwirtschaft können laut "Germanwatch" mangels sicherer Datenlage nicht aufgenommen werden. Dabei sei die Viehwirtschaft mit einem Anteil von 18 Prozent an den globalen Emissionen beteiligt.

Die NGOs machten allerdings darauf aufmerksam, dass auch die Punktezahl 100 nur eine relative Größe darstelle. Jenes Land, das bei einem der Indikatoren am besten abschneidet, bekommt 100 Punkte. Das bedeute aber nicht zwingend auch eine optimale Leistung auf diesem Gebiet.

(apa/red)

7.10.2009 09:29
Mickey61, 22. 09. '09 21:05
Bloß keine Panik
Ich wohne seit Ende 2006 in Schweden. Das Vorteil der Schweden ist, dass sie gut beim Darstellen sind. Und daruf sind die "Fachleute" sicher reingefallen. Eisenbahn zum Fernverkehr ist ein Fremdwort. In dem großen Land fliegt man. Mickrige U-Bahnen mit schwachem Netz - man fährt Erdgasbus. Und die Autos: Kleinwagen wie bei uns sucht man vergeblich. Mit soetwas peinlichem fährt man nicht. Hier gilt je größer der Hubraum und je mehr die PS desto besser - auch für Opa und Oma. Jeder fährt einen großen Kombi. Solarenergie ist wegen des schlechten Wetters Fehlanzeige und Windkraft beginnt grad. Dafür gibts jede Menge AKW-Power viel mehr als das Land braucht. Und jede Menge Störfälle. Also meiner Meinung nach sind die Fachleute entweder geschmiert oder geblendet.
Vasant, 23. 09. '09 09:37
Re: Bloß keine Panik
Lies zwichen den Zeilen ... je mehr man "investiert" umso
besser stehst dann auch im INDEX! Geschmiert wäre eine
böse Unterstellung ... das heißt bei "Fachleuten" gefördert;)
ümitöctürk, 22. 09. '09 16:38
ihn meine heimat
gibs nicht klimaschuz,warum in östereich!!ich glauben,östereicher dume menschen,die alles gefallen sich lasen!
irgendwer01, 12. 11. '09 12:33
Re: ihn meine heimat
OHNE WORTE !!
Vasant, 22. 09. '09 14:57
Was für eine Bewertungsgrundlage!
Je mehr Geld du für Klimaschutz investierst (sprich
bezahlst) umso besser stehst dann im Index auf der
Liste;) Na wenn das so ist, weiß ich wie wir rasch zur
Nummer 1 werden ... statt 487 Millionen nach Brüssel
zu "verschenken" halt einfach das Geld in "Projekte"
zum Klimaschutz stopfen und ... schwupps ... wir sind
das beste Land auf diesem "seriösen" Index;)

Und wenn wir von 8 benachbarten Ländern den Mist per
"Luftpost" kriegen, dann wundern sich noch die Experten
warum wir solche "Werte" haben? Gibts eine unsichtbare
Lufthülle, die uns im Falle von Klimaschutzmaßnahmen
vom CO2 der Nachbarländer dann schützen würde?

Na dann räumts mal alle Lada und Mopeds von den
Straßen und nicht immer "nur" die Autofahrer, denn
was die an CO2 verblasen wird nicht erwähnt;)

Toller Index!
julia987, 22. 09. '09 12:30
das kommt davon
dass wir unverbesserliche raucher in unserem land haben und wahrscheinlich fahren auch zu wenig ostblock-autos auf unseren straßen, nur unsere eigenen, schadstoff geprüften autos... daher das schreckliche klima!!
grenzenlos24, 22. 09. '09 13:01
Re: das kommt davon
ich persönlich befürchte ja das es relativ unerheblich ist welche autos wir fahren. wir laufen auf einen selbsterzwungenen Massengenozid zu und das Tempo wird immer schneller. Aber vielleicht haben manche von uns das Glück nicht so alt zu werden um es erleben zu müssen, wenn dann 10 bis 15 Milliarden Menschen um die letzten Ressourcen kämpfen...