Land der Berge, Land der Klimasünder: "Sehr schlechtes" Umwelt-Zeugnis für Österreich
- Klimaschutz-Index: Österreich nur auf dem 50. Platz!
- 57 Länder verursachen satte 90% des CO2-Ausstoßes
·Obama untermauert Ja zu Klimaschutz
Klimagipfel der Staats- & Regierungschefs in USA
·Ein starkes Zeichen für den Klimaschutz
Kalifornien: 'Gouvernator' unterzeichnet Verordnung

Österreich hat in Sachen Klimaschutz ein ganz schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommen. Nur 57 Staaten verursachen mehr als 90 Prozent des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes. Österreich landet im Klimaschutz-Index (KSI) der Umweltschutzorganisationen "CAN Europe" und "Germanwatch" auf dem 50. Platz - nur wenige Staaten verpesten die Umwelt noch mehr als wir. Beim KSI werden nicht nur der tatsächliche Treibhausgas-Ausstoß bewertet, sondern auch die Größe eines Landes und seine Maßnahmen zum Klimaschutz in Rechnung gestellt.
Die ersten drei Plätze ließen die Umweltschützer allerdings frei. Die Begründung: Kein Land sei im Vergleich zum Jahr 1990 bisher auf dem Weg, der notwendig wäre, um das Zwei-Grad-Limit einzuhalten. Dieses Limit betrifft die globale Temperaturerhöhung: Bleibt sie unter zwei Grad, wäre das Risiko für das Überschreiten der jeweiligen Schwelle für klimabedingte Großkatastrophen großteils relativ gering. "Mit dem mangelnden Willen, sich stärker für das Zwei-Grad-Limit einzusetzen, konnten somit keine Länder auf den Plätzen eins bis drei landen", schreibt dazu "Germanwatch" auf seiner Homepage.
Spitzenreiter Schweden
Auf den Plätzen vier bis zehn landeten daher in dieser Reihenfolge: Schweden, Deutschland, Frankreich, als bestes Schwellenland Indien, Brasilien trotz mäßigen Abschneidens im Bereich Politik, Großbritannien und Dänemark. Großemissäre wie China inklusive Taiwan und die USA landeten auf den Plätzen 32 bzw. 58. Hinter den USA fanden sich lediglich Kanada - wie die Vereinigten Staaten mit einem sehr schwachen Niveau an politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel - und Saudi-Arabien. Russland, ebenfalls einer der Hauptverursacher von CO2-Emissionen, kam auf Platz 54.
"Sehr schlechtes" Ergebnis
Vor Österreich landeten unter anderem Mexiko (Platz 14), Argentinien (17), Marokko (20), Algerien (26), Indonesien (27), Südafrika (34) oder Weißrussland (37) und der Iran (38). Von den EU-Staaten waren nur Griechenland (51), Zypern (53) und Luxemburg (57) hinter uns. Insgesamt wurde das heimische Ergebnis von 45 Punkten bei einer zu erreichenden Maximal-Punktezahl von 100 als "sehr schlecht" beurteilt. Zum Vergleich: Die bestgereihten Schweden erreichten 66,7 Punkte.
Der Klimaschutz-Index
Die Methode: Der Klimaschutz-Index wird anhand von mehreren Indikatoren aus den drei Bereichen Emissionstrend, Emissionsniveau und Klimapolitik berechnet. 50 Prozent des KSI werden aus den Emissionstrends berechnet, die sich aus sechs Indikatoren nach Sparten zusammensetzen. Das Energieniveau macht 30 Prozent des KSI aus, während die Klimapolitik für die restlichen 20 Prozent verantwortlich ist. Allerdings bewerte der KSI nur die energiebedingten Emissionen eines Staates. Nicht energiebedingte Emissionen wie zum Beispiel die Entwaldung oder die Viehwirtschaft können laut "Germanwatch" mangels sicherer Datenlage nicht aufgenommen werden. Dabei sei die Viehwirtschaft mit einem Anteil von 18 Prozent an den globalen Emissionen beteiligt.
Die NGOs machten allerdings darauf aufmerksam, dass auch die Punktezahl 100 nur eine relative Größe darstelle. Jenes Land, das bei einem der Indikatoren am besten abschneidet, bekommt 100 Punkte. Das bedeute aber nicht zwingend auch eine optimale Leistung auf diesem Gebiet.
(apa/red)
