Sonntag, 27. September 2009

Iran testet zwei Kurzstrecken-Raketen:
Militär startet Manöver "Großer Prophet 4"

  • Israel fordert "lähmende Sanktionen" gegen Iran
  • Revolutionsgarden planen weitere Raketentests

Die iranischen Revolutionsgarden haben ein Militärmanöver mit Raketentests begonnen. Zwei Kurzstreckenraketen des Typs Tondar und Fateh 110 seien zu Beginn des Routinemanövers erfolgreich abgefeuert worden, berichtete der staatliche arabischsprachige Fernsehsender Al-Alam. Für Montag kündigte der Luftwaffenchef der Revolutionsgarden, Hussein Salami, weitere Tests mit Langstreckenraketen des Typs Shahab 3 an.

Nach Salamis Angaben wurden erstmals auch Raketenwerfer für den Abschuss mehrerer Geschosse getestet. Weiters sollten im Zuge des Manövers "Großer Prophet 4" mehrere Mittelstreckenraketen des Typs Shahab 1 und 2 zum Einsatz kommen. Die Langstreckenraketen vom Typ Shahab 3 haben eine Reichweite von etwa 2000 Kilometern und könnten damit theoretisch Israel erreichen.

Israel fordert Sanktionen
Israels Ministerpräsident Netanyahu forderte unterdessen im Atomstreit mit dem Iran "lähmende Sanktionen". "Wenn nicht jetzt, wann dann", sagte Netanyahu nach israelischen Medienberichten vom Sonntag in Telefongesprächen mit führenden US- Politikern.

Scharfe Töne schlug auch Außenminister Lieberman an. Die neue Anlage zur Urananreicherung sei "ohne jeden Zweifel" für militärische und nicht für friedliche Mittel vorgesehen, sagte Lieberman dem israelischen Rundfunk. Die Welt müsse jetzt ihre Schlussfolgerungen ziehen.

Die "Jerusalem Post" zitierte einen hochrangigen Regierungsbeamten mit den Worten: "Wir glauben, dass viele westliche Länder jetzt sehen, wie die Maske des Irans herunterfällt." Die Welt habe ihre letzte Chance zum Eingreifen.

Regelmäßige Manöver
Der Iran hält im Golf regelmäßig Militärmanöver ab, bei denen Lang- und Mittelstreckenraketen vorgeführt werden. Für den Fall eines Angriffs auf seine Atomanlagen hat Teheran angekündigt, dass es die Straße von Hormuz zwischen dem Iran und Oman blockieren könne.
(apa/red)

27.9.2009 14:25
Antal, 28. 09. '09 06:27
Beider Maske
Was die Jerusalem Post schreibt ("Wir glauben, dass viele westliche Länder jetzt sehen, wie die Maske des Irans herunterfällt.") trifft aber auf Israel auch zu. Wenn die einmal zum Frieden bereit wären, so wären es die Anderen vielleicht auch.