Die Uni Wien zeigt zum 200. Geburtstag von Heinrich Hoffmann den Kinderbuchklassiker
- "Sieh einmal, hier steht er, Pfui! der Struwwelpeter!"
- Einflussreiches und viel diskutiertes Werk Hoffmanns

Anlässlich des 200. Geburtsjahres von Autor Heinrich Hoffmann widmet sich eine Ausstellung in der Wiener Universitätsbibliothek jetzt dem Buben, der mit seiner wilden Frisur und den langen Fingernägeln bis heute für Diskussionen sorgt: der Struwwelpeter.
Über 600 Auflagen, um die 2000 Mal uminterpretiert und weiter geschrieben ("Struwwelpetriaden"): Heinrich Hoffmanns (1809 - 1894) für seinen dreijährigen Sohn verfasstes Bilderbuch zählt bis heute zu den umstrittenen Bestsellern der (Kinder)Literatur. Die übersichtlich gestaltete Ausstellung "Die Kunstfiguren des Struwwelpeter" in der Universitätsbibliothek Wien - Anlass ist der 200. Geburtstag von Hoffmann - schildert den weitverzweigten Werdegang eines Buches, welches seinen Autor stets überstrahlte. Eine ägyptische Version von 1895 lässt sich in den Stand- und Wandvitrinen ebenso finden, wie eine englische Ausgabe, in der Hitler als Struwwelpeter auftritt. Die erste Übersetzung passierte zwei Jahre nach der deutschen Erstausgabe im Jahr 1847 ins dänische. Mark Twain lieferte eine frühe englische Übersetzung. Das aus zehn Geschichten bestehende Buch - "Hans-Guck-in-die-Luft", der "Zappelphilipp" oder "Der fliegende Robert" sind ebenso sofort zitierbar wie der "Suppenkaspar" - inspirierte ob seiner Drastik zu vielen Folgegeschichten, etwa in der Figur der "Struwwelliese". Interessantes Detail: Die namensgebende Figur, der Struwwelpeter, verfügt über keine eigene Geschichte. Von den einen zur einschüchternden Mahnung in der Erziehung eingesetzt, von anderen in den 1960er Jahren als "schwarze Pädagogik" abgestempelt ("Der Anti-Struwelpeter") und in den Giftschrank überkommener Erziehungsvorbilder gestellt, hat das Buch nichtsdestoweniger bis heute überlebt.
Die Kunstfiguren des Struwwelpeter
Zum 200. Geburtstag von Heinrich Hoffmann
Die Ausstellung läuft bis zum 30. Oktober 2009 und kann im Foyer der Universitätsbibliothek Montags bis Freitags von 9 bis 19.45 Uhr und Samstags von 9 bis 12.45 Uhr angesehen werden.
Universität Wien
Kleiner Lesesaal der Universitätsbibliothek
Dr. Karl Lueger-Ring 1
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