13,4 Prozent Minus waren dann doch zuviel:
Erich Haider tritt als SP-Landeschef zurück
- Zieht Konsequenz aus Wahldebakel in Oberösterreich
Noch-Parteichef will in die Linz AG zurückkehren - Ackerl wohl geschäftsführender Landesparteichef

Oberösterreichs SPÖ-Chef Haider zieht nun doch Konsequenzen aus dem Wahldebakel seiner Partei bei der Landtagswahl am Sonntag. Beim Parteivorstand am kommenden Montag wird er seinen Rücktritt als Landesparteivorsitzender und Regierungsmitglied vorschlagen, gab Haider in einer Pressekonferenz bekannt. Geschäftsführender Landesparteichef soll Soziallandesrat Josef Ackerl werden.
"Ich habe nachgedacht. Das ist die allerbeste Lösung für das Land. Die Antwort war, ein neues Fundament zu legen für die Zusammenarbeit, und deshalb meine Ämter zur Verfügung zu stellen", sagte Haider. Er will nun in die Linz AG zurückkehren, wo er früher in der Verkehrsdirektion tätig war. Ackerl soll ein Verhandlungsteam für die Gespräche mit der ÖVP bilden und für den parteiinternen Reformprozess sorgen. Den zweiten verbliebenen SP-Regierungssitz soll der bisherige Wohnbaulandesrat Hermann Kepplinger erhalten, so Haider. Über die Verteilung der verbliebenen 14 SP-Landtagsmandate soll ebenfalls der Landesparteivorstand entscheiden.
Zwei Tage lang nachgedacht
Haider schilderte, dass er seit Montag über die Zukunft nachgedacht habe. An diesem Abend war ihm mit 88 Prozent der Stimmen im Landesparteivorstand das Vertrauen ausgesprochen und er beauftragt worden, einen inhaltlichen und personellen Erneuerungsprozess der SPÖ einzuleiten, was er nun auf besondere Art und Weise gemacht hat.
Das für Mittwoch mit Landeshauptmann Pühringer anberaumte Sondierungsgespräch sagte Haider ab. Es soll nun vom künftigen Parteivorsitzenden Ackerl nachgeholt werden. Die SPÖ hat zwei Sitze in der Landesregierung verloren. Haider und Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger werden dem künftigen Regierungsteam nicht mehr angehören.
(apa/red)
