Droht bei OÖ-Wahl ein Vorarlberg-Revival? SPÖ-Verluste & FPÖ-Gewinne prognostiziert
- ÖVP und Grüne dürften laut Experten stabil bleiben
- Landtags-Einzug des BZÖ? Chancen gering eingestuft

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in Oberösterreich"
NEWS: SP-Landeschef Erich Haider im Interview
·ÖVP baut Vorsprung
in Oberösterreich aus
NEWS: Umfrage sagt SPÖ
herbe Verluste voraus
Bei der Landtagswahl in Oberösterreich dürfte es laut Experten-Meinung erneut zu Verlusten für die SPÖ und Zugewinne für die FPÖ kommen. Die ÖVP wird ihren Stimmenanteil halten können, die Grünen dürften ebenfalls stabil bleiben, so die einhellige Sicht der Meinungsforscher knapp eine Woche vor der Wahl. Als eher gering beurteilt werden die Chancen auf einen Landtags-Einzug des BZÖ.
Werner Beutelmeyer (market) meinte gegenüber der APA, die ÖVP dürfte in Oberösterreich weitgehend stabil bleiben: "41 bis 43 Prozent sind drinnen für die ÖVP." Im Jahr 2003 kam die ÖVP auf 43,42 Prozent. Auch Imma Palme (IFES) und Peter Ulram (Fessel-GFK) schätzen die Situation ähnlich ein. Mit "leichten ÖVP-Verlusten, eventuell auch plus/minus Null" rechnet Ulram. "Es schaut nach stabilem Sieg für die ÖVP aus", meint auch Palme.
Rote Aussichten
Einig ist man sich auch in der Prognose, dass die SPÖ auch bei der oberösterreichischen Landtagswahl Stimmen verlieren wird, wenn auch in etwas geringerem Ausmaß als gestern in Vorarlberg. Ulram rechnet damit, dass die SPÖ "irgendwo in der Gegend von 30 bis 35 Prozent" liegen wird (2003: 38,33 Prozent). Beutelmeyer geht von 31 bis 33 Prozent für die Sozialdemokraten aus. Die SPÖ hat laut den Experten unter anderem mit Themenmangel zu kämpfen - 2003 profitierte man etwa von der Debatte um den Verkauf der VOEST Linz, ähnliches gibt es in dieser Form dieses Mal nicht. "Es deutet nichts auf eine Trendumkehr hin", rechnet auch Palme mit weiteren Einbußen für die SPÖ.
Blaue Aussichten
Weitergehen wird der Aufwärtstrend der FPÖ. Beutelmeyer rechnet mit rund 15 Prozent Stimmenanteil (2003: 8,40). Hajek verwies darauf, dass Oberösterreich wie auch Vorarlberg ein freiheitliches "Kernland" sei. "Die FPÖ wird aber nicht so einen Erfolg einfahren wie in Vorarlberg, was damit zusammenhängt, dass die SPÖ in Oberösterreich traditionell stärker ist als in Vorarlberg", so Hajek. Außerdem sei FP-Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner nicht so bekannt wie sein Vorarlberger Kollege Dieter Egger. Laut Palme wird es zu einem Match zwischen FPÖ und Grünen um Platz drei kommen.
Grüne Aussichten
Für die Grünen geht es vor allem um den Erhalt des Landesratsessels, meinte Hajek. Notwendig dafür sind neun Prozent der Stimmen (2003: 9,06). Beutelmeyer hält ein solches Ergebnis für möglich: "Sie dürften ziemlich an ihr altes Niveau anschließen." Auch für Ulram bewegen sich die Grünen "in der Größenordnung der jeweils letzten Ergebnisse".
Schlechte Aussichten
Zittern muss laut Expertenansicht das BZÖ. Zwar gestehen die Meinungsforscher der oberösterreichischen Spitzenkandidatin und Schwester der verstorbenen Bündnis-Gründers Jörg Haider, Ursula Haubner, einen recht hohen Bekanntheitswert zu, eng werden dürfte es mit einem Einzug in den Landtag aber dennoch. "Das BZÖ gibt es als Partei in Wahrheit nur in Kärnten", so Ulram. Oberösterreich sei wegen Haubner aber eine Ausnahme, dort habe das BZÖ "theoretisch die Chance" auf einen Einzug. Beutelmeyer rechnet eher mit einem Scheitern und gibt dem Bündnis rund drei Prozent. Auch Hajek wollte sich in dieser Frage nicht festlegen, betonte aber ebenfalls, dass die Chancen aufgrund der Bekanntheit Haubners besser zu bewerten seien als in Vorarlberg.
(apa/red)
