Neuer Chefredakteur für "Wiener Zeitung":
Unterberger muss seinen Posten räumen
- Reinhard Göweil vom "Kurier" folgt ihm nach
- Unterberger hätte noch fünf Jahre Vertrag gehabt

Die "Wiener Zeitung" erhält demnächst einen neuen Chefredakteur. Reinhard Göweil, Wirtschafts-Ressortleiter der Tageszeitung "Kurier", soll nach APA-Informationen Andreas Unterberger bereits mit Anfang November beim offiziellen Organ der Republik ablösen. Göweil bestätigte auf Anfrage seinen Wechsel. Göweil will die Ausrichtung der "Wiener Zeitung" als Qualitätszeitung weiter stärken.
Im Büro von Medien-Staatssekretär Ostermayer wurde der geplante Chefredakteurswechsel ebenfalls bestätigt. Es habe Gespräche mit mehreren Kandidaten gegeben, Aufsichtsrat und Geschäftsführung sprachen sich schließlich für "Kurier"-Wirtschaftschef Göweil aus. Ostermayer begrüßte dies als "gute Entscheidung". Einen konkreten Zeitpunkt für die Übergabe wollte man im für die "Wiener Zeitung" zuständigen Bundeskanzleramt aber nicht nennen oder bestätigen.
Überrascht zeigte sich unterdessen Unterberger. "Mit mir hat kein Mensch geredet. Mein Vertrag würde noch fünf Jahre laufen, wenn er nicht gekündigt wird", so der gegenwärtige Chefredakteur der "Wiener Zeitung". Der frühere "Presse"-Chef wurde noch unter ÖVP-Kanzler Schüssel als redaktioneller Leiter der staatlichen Zeitung engagiert.
In der SPÖ war und ist der konservative und wirtschaftsliberale Journalist äußerst umstritten. Bereits im Sommer 2007 hat die wieder zur Kanzlerpartei avancierte SPÖ versucht, Unterberger abzulösen. Die Ablöse Unterbergers sorgte nun für Irritationen bei der ÖVP und für Empörung bei FPÖ und BZÖ.
Unterbergers Nachfolger Göweil ist seit 15 Jahren Wirtschafts-Ressortleiter beim "Kurier". Davor war der Oberösterreicher von 1989 bis 1993 im Wirtschaftsressort der Tageszeitung "Der Standard" tätig. Seine journalistische Laufbahn startete Göweil bei den "Oberösterreichischen Nachrichten".
(apa/red)
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