Samstag, 19. September 2009

Ex-CIA-Chefs gegen Folter-Untersuchung:
Würde bloß die effektive Arbeit behindern

  • Forderung: Obama soll Justiz-Ermittlungen stoppen
  • "Inhumane" Praktiken unter Bush werden untersucht

Hat die CIA etwas zu verbergen oder geht es der Organisation wirklich nur darum, sie dich Arbeit nicht unnötig erschweren zu lassen? Sieben ehemalige Chefs des US-Geheimdienstes fordern nun, die Untersuchungen wegen Folter und brutaler Verhörmethoden bleiben zu lassen. Sie forderten Präsident Barack Obama auf, dafür zu sorgen, dass entsprechende Ermittlungen der Justiz gegen CIA-Agenten gestoppt werden. Solche Untersuchungen würde eine effektive Arbeit des Dienstes behindern.

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte lediglich, der Präsident "fällt keine Entscheidungen über Ermittlungen". Unter den sieben früheren CIA-Chefs sind den Angaben zufolge Michael Hayden und George Tenet, die unter Obamas Vorgänger George W. Bush im Amt waren.

 Bei den jüngst eingeleiteten Ermittlungen handelt es sich um Untersuchungen über brutale Verhöre von Terrorverdächtigen während Bushs Amtszeit. Interne Berichte brachten unlängst brutalste Misshandlungen wie Scheinhinrichtungen, Schlafentzug und simuliertes Ertränken an den Tag. Justizminister Eric Holder setzte darauf einen Sonderstaatsanwalt ein, der die Übergriffe untersuchen soll. Die Misshandlungen wurden zumeist in amerikanischen Gefängnissen im Irak und in Afghanistan begangen. CIA-Mitarbeiter hätten "nicht erlaubte" und "inhumane" Praktiken bei mutmaßlichen Top-Terroristen angewandt, hieß es.

(apa/red)

19.9.2009 11:34