Mittwoch, 16. September 2009

Ungerechter Milchpreis:
Markus R. Leeb über Förderung mit Fehlern

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Europaweit gibt es verzweifelte Milchbauern, die beim derzeitigen Preisniveau der Milch nicht mehr kostendeckend produzieren können. Rund 20 Cent erhalten die Bauern derzeit pro Liter Milch. So wenig wurde zuletzt Anfang der 70er-Jahre für Milch bezahlt. Bis 2008 war der Preis auf über 40 Cent angestiegen. Doch die Preisblase platzte und damit auch der Traum vieler Milchbauern. Zudem hatten zahlreiche Betriebe die Produktion ausgeweitet. Dramatisch verschlimmert wurde die Situation durch die Reaktion der Lebensmittelindustrie. Diese hat sich wegen des hohen Milchpreises nach billigem Milchersatz umgesehen. In den vergangenen Monaten wurden viele Rezepturen verändert und beispielsweise bei Eiscreme Schlagobers durch pflanzliche Fette ersetzt. Der „Kunstkäse“ ist nur die Spitze des Eisberges. Als Folge erleben die Milchbauern den härtesten Preisverfall. Aber das macht nicht allen gleich zu schaffen. Der Grund ist das komplexe System der Subventionen. Ein Landwirt rechnete mir vor, dass er mit allen Förderungen, aufgerechnet auf seine Milchproduktion, auf 40 Cent pro Liter kommt. Andere erhalten aber tatsächlich nur 20 Cent und zahlen drauf. Um das Milchproblem nachhaltig zu lösen, muss man wohl auch im Subventionsdschungel erst einmal aufräumen.

16.9.2009 13:34