Freitag, 18. September 2009

Milchbauern fanden bei Faymann Gehör: Kanzler sagte Landwirten Unterstützung zu

  • Themen: Saldierung und Lebensmittelkennzeichnung
  • IG Milch will Protestaktionen vorerst auf Eis legen

Haben unsere heimischen Milchbauern endlich Gehör gefunden? Kanzler Faymann hat Vertreter der IG Milch empfangen und sich eineinhalb Stunden Zeit genommen, ihre Sorgen und Vorschläge in Bezug auf die prekäre Lage auf dem Milchmarkt anzuhören. Faymann zeigte sich im Anschluss an das Gespräch vor Journalisten betroffen, wie dramatisch sich die Situation für die Milchbauern derzeit darstelle und hat Hilfe zugesagt.

Mit einem Milchpreis von 25 Cent könnten viele Bauern nicht mehr leben, so der Bundeskanzler. "Ein Minus von 40 Prozent beim Preis will kein Arbeiter und auch kein Bauer", sagte er. Daher werde er die Vorschläge der IG Milch mit Vertretern der Landwirtschaft und in der Regierung besprechen. Im Gegenzug will die IG Milch vorerst ihre Protestaktionen aussetzen.

Als größte Probleme haben die Milchbauern der IG Milch, einer Vereinigung von etwa 4.000 heimischen Milchbauern, dem Bundeskanzler die sogenannte Saldierung (das Abrechnungs- und Sanktionssystem bei einer Überlieferung der zugeteilten Milchmenge) und die mangelhafte Kennzeichnung von Lebensmitteln beschrieben. Ziel müsse sein, die Milchmenge durch ein Aussetzen der Saldierung zu reduzieren und eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel einzuführen, erzählte Faymann aus dem Gespräch.

"Wenn einige unter dem Milchkontingent bleiben, können andere mit einer Überlieferung spekulieren", zeigte auch Faymann Verständnis für die Kritik am österreichischen Saldierungssystem. Besprochen habe man zudem eine verstärkte Imagekampagne für heimische Milch und Milchprodukte.

Juristen am Zug
Die Vorschläge der IG Milch werde der Bundeskanzler nun von seinen Juristen prüfen lassen und der IG Milch über die Ergebnisse berichten. Nach Meinung der IG Milch habe Österreich hier Spielräume, "und das werden wir prüfen", sagte der Bundeskanzler.

Etappensieg?
Für die IG Milch war bereits die Möglichkeit eines Termins beim Bundeskanzler "ein Etappensieg", wie IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil im Anschluss an das Gespräch bei Faymann zur APA sagte. Er hoffe nun, dass die beiden Probleme der Menge und Kennzeichnung angegangen werden. Der Bundeskanzler habe großes Verständnis für die Sorgen der Milchbauern gezeigt.

(apa/red)

18.9.2009 19:18
Antal, 19. 09. '09 08:17
Es liegt an den Bauern selbst.
Die Milchmenge und den damit verbundenen Preisvefall können nur die Bauern selbst lösen. Bitte nur die Vertragsmengen liefern. Wenn z.B. eine Möbelfirma einen Vertrag hat 100 Tische zu liefern und dann mit 120 vor der Tür steht was wird passieren? Der Abnehmer wird die Tische nehmen aber zu einem wesentlich niedriegeren Preis als die Vertraglichen. Dadurch gibt es dann ein Überangebot und der Preis verfällt, aber auch für die vertragliche Menge. Dass ALLE die vertraglichen Quoten einhalten liegt NUR an den Bauern selbst. Sie selbst haben es in der Hand den Marktpreis zu steuern. Aber bring einmal nur zwei Bauern unter einen Hut. Die Gier und der Neid sind groß. Die Kennzeichnungspflicht hilft da nicht.