Schmiergeld, Steuerhinterziehung & Mafia:
Die düsteren Machenschaften des Vatikans
- FORMAT berichtet von Geschäften der Banker Gottes
- Enthüllungen verdeutlichen das Ausmaß der Affäre

·Der Kirchstaat im
Namen des Geldes
Neue Erkenntnisse zu
Mafia und Schmiergeld
·"Vatikan als wahre Geld-Waschmaschine"
"Vaticano S.p.A."-Autor über schmutzige Gelder
Was hat der Vatikan mit Mafiageldern, Schmiergeldzahlung und Steuerhinterziehung zu tun? Mehr, als man meinen sollte. Das aktuelle FORMAT berichtet von den neuesten Enthüllungen zu den Machenschaften der Vatikanbank Angelo Caloia. Und die haben's in sich: Die nun veröffentlichten Angaben zu den dunklen Geschäften des Vatikans stellen jeden Vatikanthriller in den Schatten.
Die Bomben platzen ließ der verstorbene Renato Dardozzi, Mitglied der Hochfinanz des Vatikans. Der war zwar ein loyaler Diener der Kirche, veranlasste jedoch testamentarisch die posthume Veröffentlichung jener Akten und Dokumente, derer er im Laufe seiner Arbeit im Vatikan habhaft werden konnte. Wie aus der Feder eines Romanautors liest sich das Interview mit dem Journalisten, der die auf einen entlegenen Schweizer Bauernhof geschmuggelten Dokumente überarbeitete und kürzlich veröffentlichte.
Diesen Unterlagen sind hochbrisante und bislang unbekannte Details zu entnehmen. So wird ersichtlich, dass Dardozzi, der in den 90ern dazu berufen wurde, die Vatikanbank von Mafia, Geldwäsche und Korruption, in denen sie sich verfangen hatte, reinzuwaschen. Tatsächlich aber fanden eben diese Praktiken auch unter Dardozzi ihre Fortsetzung. Dank des Bankgeheimnisses entstand eine Offshore-Finanzstruktur, über die Schmiergelder, Steuerhinterziehungen und Mafiazahlungen liefen, wie FORMAT berichtet. So war die Finanzwelt des Vatikans an der großen Schmiergeldaffäre im Italien der frühen 90ern maßgeblich beteiligt.
Die daraufhin von der Justiz in Italien und im Vatikan eingeleitete Operation der "sauberen Hände" sollte dieses System stürzen, was der Vatikan unter Papst Johannes Paul II. allerdings verhinderte. Tatsächlich blieb die Vatikanbank lange Jahre ein Hafen für schmutziges Geld. Erst jetzt scheint Papst Benedikt XVI. gewillt sein, vor dem Hintergrund der Finanzkrise Transparenz in die dunkle Finanzwelt des Vatikans zu bringen. Und damit die alte Riege der Vatikanfinanz endlich zu entmachten.
(red)
Lesen Sie auf www.format.at und im FORMAT 38/09 die Hintergründe und Details zu den dunklen Geschäften des Vatikan!
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