So wird Magna Opel wieder aufpolieren:
Sparzwang, Firmenkultur & Elektro-Waffen
- NEWS über die Zukunft beim verkauften Autobauer
- Opel den Opelianern als Wahlspruch von CEO Wolf

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Opel-Werk Aspern
FORMAT: Mitarbeiterzahl
wird ab 2010 aufgestockt
·BMW und VW drohen der neuen Opel-Mutter
Magna: Angst um eigenes
technologisches Wissen
·Opel-Poker: Magnas Flucht nach vorne
Opel soll Zulieferer aus den roten Zahlen retten
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Wie Opel wieder in die Gewinnzone fahren soll
Als die erste Insider-Story über den bevorstehenden Superdeal von Magna auf der NEWS-Homepage zu lesen war, wollten es selbst Experten nicht glauben. Magna-Boss Siegfried Wolf siegte mit seinen Partnern auf ganzer Linie und übernimmt Opel. Im extremen Verhandlungsmarathon, der schon verloren schien, konnte Wolf das Lenkrad noch einmal herumreißen und die Konkurrenz überholen. Künftig heißen die Opel-Eigentümer somit die vier im Opel: Magna und die russische Sberbank mit je 27,5 Prozent, General Motors (GM) weiter mit 35 Prozent und die Opel-Mitarbeiter mit zehn Prozent.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht, sich über einen der größten Industrie-Deals, den je ein Österreicher gemacht hat, zu freuen. Die härteste Arbeit steht mit der Sanierung von Opel erst bevor.
Gewinnzone 2012
Zwei Jahre nach der Übernahme soll Opel wieder Gewinne machen. Die Schulden wollen wir bis 2015 zurückgezahlt haben, erklärt Magna-Boss Wolf im NEWS-Exklusivgespräch seine ehrgeizigen Ziele mit Opel. Der mit knapp 1,5 Millionen zugelassenen Fahrzeugen im Jahr 2008 viertgrößte Autobauer Europas wird heuer rund 2,4 Milliarden Euro an Verlust einfahren. Unser Konzept ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten und wird Opel in eine erfolgreiche Zukunft führen, lässt auch Magna-Gründer Frank Stronach im Gespräch mit NEWS keinen Zweifel daran, dass der Blitz, das Markenzeichen von Opel, von Magna wieder aufpoliert werden wird.
Freie Fahrt den Opelianern
Opel den Opelianern, gibt Wolf den neuen Wahlspruch vor. Dahinter steckt jene Firmenkultur, mit der Frank Stronach Magna an die Weltspitze geführt hat. Sein Kapitalismus mit Herz, bei dem Fairness im Mittelpunkt steht, soll nun auch bei Opel realisiert werden.
Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital, erklärt Stronach im NEWS-Gespräch. Wir motivieren sie. Ohne motivierte Arbeiter können wir nicht konkurrenzfähig sein. Wir sind dort, wo wir sind, weil wir das menschliche Kapital pflegen, so der Magna-Gründer.
Elektro-Geheimwaffe
Nicht zuletzt bringt Magna bei Opel seine Geheimwaffe zum Einsatz: einen innovativen Elektroantrieb. Der stärkste Zukunftstrend am Automobilmarkt sind Elektroautos. Sie werden sehr stark an Bedeutung gewinnen. Magna hat sich darauf vorbereitet, erklärte Magna-Gründer Stronach im Gespräch mit NEWS. Erst im vergangenen Februar bewies Magna am Genfer Autosalon mit dem Konzeptfahrzeug Mila EV, wie gut der Zulieferkonzern im Bereich der Elektrofahrzeuge unterwegs ist. Anders als viele Hersteller, die einen Elektromotor in ein bestehendes Auto eingebaut haben, konstruierten die Magna-Ingenieure ein Fahrzeug um einen Elektroantrieb herum. Das Ergebnis ist eine weit bessere Effizienz.
Drastische Sparmaßnahmen
Vorrangig muss Opel allerdings jetzt die Kosten reduzieren, um wieder Bewegungsfreiheit zu bekommen. Die wilden Spekulationen darüber, was das bedeutet, beendete Wolf zu Wochenbeginn scharf: Magna lügt nicht. Unser Sanierungskonzept für Opel liegt seit Mai unverändert vor und gilt, so der Magna-Chef. Demnach werden 10.500 der 50.000 bestehenden Opel-Jobs abgebaut. Geschlossen wird das Opel-Werk in Antwerpen, Belgien.
Markus R. Leeb
Lesen Sie mehr über den Magna-Spirit im NEWS 38/09!

